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08 Dezember, 2007

Buchbewertung: Ulfkotte und die Geheimdienste

Folgendes stammt aus der 'Non-Fiction' Sektion der Rubrik "BOOKS" in HUIBSLOG:08.12.07: Wir gehen voran mit der Ulfkotte-Diagnosis.

2005/2006 befasste der Europaretter sich mit einer Zusammenfassung aller seiner Kenntnissen über das Geheimdienstenwesen der Welt. Voluminös, aber meistens Gewichtigtuerei und Büroklatsch.

Grossteil des Buches ist dem CIA gewidmet. Auffallenderweise, ist U. den Amerikanern gar nicht gut gesinnt. Die "Pannen" der Amerikaner werden prominent hervorgehoben. Wie wir schon in der Fiction-DE Sektion gesehen haben ("Gencode-J", 2001), sind auch die Israelier und ihr Mossad nicht Favorit für die Ulfkotte-Preis.

Während des Schreiben des Buches ist Ulfkotte, nach eigenem Bericht, mehrmals Objekt gewesen von geheimdienstlichen Interventionen in Deutschland. Er behauptet, dass er jedesmal ungefragt anonym verschickten Geheimsachen in seinem Postfach vorfand. Zurückschicken an den BND geling ihm nicht. Panik! Anklage wegen Bestechung und Nötigung von Beamten stand vor. Deswegen, glaube ich, hat er die deutsche Abteilung seines Buches (hauptsachlich über den BND) so anbiedernd verfasst: "Geschätzt in Ost und West: der Bundesnachrichtendienst", heisst dieses Kapitel (pp283 sqq).

Trotzdem, ist es in diesem Kapitel, dass er vielleicht den wahren Grund für dieses völlig überflüssiges Buch enthüllt . In der § Illegale Inlandsbespitzelung (pp 310-312) schreibt er über die BND Aktion gegen dem Verfasser des 1993 erschienenen Buches: "Schnüffler ohne Nase", Erich Schmidt-Eenboom:

"Im Zentrum der BND-Operation stand damals der Weilheimer Friedensforscher und Publizist Erich Schmidt-Eenboom."

Der wurde während kurze Zeit intensiv observiert vom BND (1994), aber:

"..als Auslandsgeheimdienst darf er (der BND) in Deutschland keine Journalisten ausspähen, die über den Dienst berichten.."

Ulfkotte stellt nachdrücklich fest, dass das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestages die BND-Aktion als "eindeutig Gesetzwidrig" eingestuft habe.

Am 18. November 2005 erfolgte:

Strafanzeige gegen den BND von der frühere Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke gegen Schäuble, Porzner und Volker Foertsch (folgt langes Zitat).

Daraus:

"Staatliche Angriffe auf die Pressefreiheit haben gerade in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen, wie [..] Hausdurchsuchungen bei Journalisten und die Ausspähung von Telefonverbindungsdaten zeigen."

"Ich befürchte, dass solche illegalen Methoden auch heute noch eingesetzt werden."

Fast eine Seite lang zitiert Ulfkotte das bericht der PSD (ex-DDR) - AbgeordnetIn. Es ist als wäre diese Text von ihm persönlich für sie geschrieben worden. Es könnte ein Drohungsspiel vom Autor mit bestimmten Kreisen des BND sein. Wie es überhaupt auch gewesen sein mag, Ulfkotte hat eine Art Waffenruhe erreicht mit dem BND. Als Preis hat er das Verschwinden seines skandalösen Buches "Krieg in den Städten" (2002) einstecken müssen, und ein positives Verhalten zum BND zeigen müssen im betreffenden Kapitel.

Ohne Zweifel, wahnt er sich Gewinner in dieser Streit. Er glaubt den BND in der Tasche zu haben. Damit streifen wir an einem psychischen problem worüber wir anderswo berichten werden. Immerhin, hat Ulfkotte beim Streit über die geplante brüsseler anti-islmamischen Manifestation des 11. Septembers, sich auf seinen Verbindungen zum BND gerühmt bei dem Vlaams-Belang Extremist (gerichtlich verurteilten ex-Polizeikommissar) Debie aus Antwerpen. Dieser Ulfkotte-Freund macht aus dem Lüneburger Dozenten Brennholz, wenn er ihn charakterisiert als "rare man" (holländisch für: "fremder Vogel"). Obwohl Ulfkotte sich rühmte, hunderttausenden BND-Euros in der Tasche zu haben, hatte er kein Geld für seinen reisen zwischen Frankfurt/M und Brüssel.

Das extreme Narzissismus und die wirklichkeitsferne Prätentionen des Autors Ulfkotte wurden hier beschrieben in verschiedenen Blogposten, letztlich in: Dr. Ulfkotte schmuckt sein antiislamisches Horrorkabinett mit gefäschtem Bilde aus der westlichen Subkultur. (Huibslog, 7. Dezember 2007).

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