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28 Dezember, 2007

Ulfkottes Pax Europa verleumdet anderen Europäer, wozu?

PAX Europa.
Ist damit Frieden gemeint?
Unter Federfürung des Dr. Udo Ulfkotte, werden systematisch christlichen und rechtsstaatlichen Institutionen in europäischen Nachbarstaaten verleumdet.
Im Blog "Akte Islam" des Vereins Pax Europa, verübt der Verfasser täglich üble Nachrede an Justiz, Stadtverwaltungen, friedlichen muslimischen Vereinen und Personen die in andern Ländern der europäischen Union leben.
Der Pax Europa-Blog hat keine Kommentar- und öffentliche Korrektur-Rubrik. Einträge sind nicht datiert. RSS-Feed ist blockiert. Der Verfasser hört nicht auf den von ihm angeblich gewünschten "Hinweisen" zur Korrektur.
Pax Europa leistet mitdem das Verkehrte der "judeo-christlichen Werten europäischer Tradition", an denen er behauptet sich verschrieben zu haben. Er säht Misstrauen und Hass der Deutschen bei den europäischen Mitbürgern.
Wir haben eine Reihe von Entstellungen des Vereins "Pax Europa"s betreffs der Niederlanden und Belgien dokumentiert und veröffentlicht. (Link)
Die versprochenen Korrekturen stehen noch immer aus.
Ich habe einen "Ticker" eingesetzt, der aufzählt wievielen Tagen es dauert, bis Federführer Ulfkotte endlich seinen Verleumdungen korrigiert. Dieser Ticker wird ab heute auch im Bloch "In Europa zu Hause" veröffentlicht.
Der Ticker bezieht sich auf Ulfkottes wissentlichen Entstellung des angeblichen Weihnachsschmucksverbots im brüsseler Justizpalast.
Ich brauche nicht zu erwähnen, dass alle Mitglieder des Vereins "Pax Europa" Mitverantwortung tragen angesichts der Entstellungen und Verleumdungen die in Ihren Namen von Dr Ulfkotte, gegen allen Beweisen vom Gegenteil, gehandhabt werden.
Ein etwaiges gerichtliches Urteil wird auch Ihnen betreffen.
Falls Sie mehr wissen möchten, veröffentlichen wir hier ein Exempel der Entstellungen die unter Eueren Verantwortung veröffentlicht wurden und von den verleumdeten europäischen Mitbürgern ggf gerichtlich angezeigt werden müssen:

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Der Ticker tickt weiter...

...denn auch heute hat Dr. Ulfkotte noch keine Korrektur veröffentlicht in Akte Islam in Sachen brüsseler Justizpalast. Trotzdem, hat er heute Morgen fleissig weitergearbeitet an seinem Hetzblog: Der zum Kotzen einladende "Weihnachtswunsch" (hier bei mir nachgedrückt) ist verschwunden. Zwei oder drei neuen Hetz-Berichte sind zugefugt worden (Dr Ulfkotte datiert seinen Berichte nicht, und hat auch kein RSS-Stream.)

Weil belgische und niederländische Mitbürger Ulfkottes Verleumdungen ihrer Kulturen auch mehr als satt sind, werden in den nächsten Tagen, in den geeigneten niederländisch- und französisch-sprachigen Blogs ähnlichen Ulfkotte-Ticker eigesetzt.

Amsterdam

Warum auch die Niederlände herbeigezogen? Vor wenigen Tagen veröffentlichte Ulfkotte in Akte Islam folgendes:

"Niederlande: Neues Zentrum für psychisch gestörte Mitbürger aus dem islamischen Kulturkreis
[..] In den Niederlanden wurde nun im Westen von Amsterdam wieder ein Zentrum für psychisch gestörte Jugendliche aus marokkanischen Familien eröffnet. (Quelle: Elsevier Dezember 2007).
Der Schritt war notwendig geworden, nachdem immer mehr junge Marokkaner aus nicht bekannten Gründen überraschend zu schlimmen Gewalttaten neigten. So hatte etwa im Oktober der psychisch gestörte marokkanische Mitbürger Bilal B., der auch Terroristen unterstützte, auf einer Polizeiwache versucht, zwei Polizisten zu erstechen. Die Polizei musste den jungen Mutbürger [hier ist wohl "Mitbürger" gemeint, HR] erschießen. Die neue marokkanische Jugendpsychiatrie in West-Amsterdam hofft nun darauf, dass sich die psychisch erkrankten Marokkaner des Stadtviertes auch behandeln lassen. Wie sich psychisch gestörte Muslime in Deutschland verhalten, das belegt ein Phoenix-Film,den PI dokumentiert hat."

Das niederländische GGZ System

Herr Ulfkotte weisst nicht (aber er konnte es wissen) dass es in den Niederlanden schon seit 20 Jahren eine Reihe von Netzwerken gibt von lokalen Büros der psychischen Gesundheit, in denen man zum Beispiel Familienbetreuung, Begleitung von ex-psychiatrischen Patienten und medisch-psychiatrische Diagnostik betreibt. Diese dezentralisierte medische Rezidenturen spielen eine wichtige Rolle bei der Prevention und werden öffentlich gefördert.

Im von Ulkotte zitierte Elsevier-Artikel, und in anderen Berichten in der niederländischen und flämischen Presse wird diese nicht unwichtige Umstand nachdrücklich erwähnt. Der Stadtteil-Bürgermeister des amsterdamer Distrikts ist marokkanischer Herkunft und heisst Ahmed Marcouh. Er ist landesweit bekannt wegen seines erfolgreiches "Zero-Tolerance" Eingreifens gegen randalierenden Gruppen junger Immigranten: Nicht nur Repression, aber auch Preventionsinitiative und Nachbesserungen im Unterricht und bei der Arbeitsbeschaffung. Es ist nur logisch, dass er auch Initiative unternommen hat zur Stärkung der Prevention psychischer Problemen. Und er hat dafür eine seit langem in den Niederlanden bestehende Insitution eingesetzt. Es handelt sich nicht um Pflege-Anstalten, sondern um Beratungsstellen.

Zentrum ist offen für allen, Immigranten oder nicht, jung oder alt

Das neue Zentrum im amsterdamer Viertel "Slotervaart" ist also NICHT nur da für "Marokkaner" und auch nicht nur für Jugendlichen, sondern es bedient allen Einwohner des Stadtquartiers (und der angrenzenden Vierteln).

Vom Islam als "schizophreniefördernde Faktor" ist nirgends die Rede

Weder im American Journal Of Psychology (dass Ulfkotte nicht gelesen hat, aber nur nennt, weil daran auch in der Zusammenfassung der Studie der von ihm verlinkten Parnassia-Bavo-Groep referiert wird), noch in der Studie über Schizophrenie unter Allochtonen in einem weissen Viertel (hier ist der richtige Link), ist Rede vom Islam, oder von islamischen Kultur, als Risikofaktor.

Die nicht-Muslimische (sondern meistens evangelisch-protestantische) Surinamer die neben Türken und Marokkaner in der Untersuchung (Forschung) statistisch erfasst worden sind, haben dasselbe (hohe) Risiko auf Schizophrenie, als Immigranten muslemischer Herkunft.

Untersuchung ergibt (im Gegenteil) dass Schizophrenie bei allen Immigranten der 1. und 2. Generation häufiger ist als bei Alteingesassenen

In der Untersuchung (die im Haag durchgeführt wurde), wird statistisch annehmlich gemacht, dass nicht sozial-ökonomische, sondern "sozial-kulturelle Faktoren eine grossere Rolle spielen bei der Erzeugung von Schizophrenie bei Allochthonen, als man bisher angenommen hat." (Zitiert und übersetzt aus der auch von Ulfkotte gesehenen Zusammenfassung, die selbstverstânlich in der niederländischen Sprache geschrieben ist).

Ulfkotte, (oder sein "Spürnase?) hat da "sociaal-cultureel" gesehen, und ohne Weiteres angenommen, dass damit den Islam gemeint war.

Aber in der Zusammenfassung der Untersuchung steht überdeutlich Folgendes:

"De resultaten tonen aan dat het aantal nieuwe gevallen van schizofrenie bij allochtonen toeneemt als het percentage mensen van hun eigen etnische groep in de wijk afneemt. De Schildersbuurt en het Transvaalkwartier zijn in Den Haag de wijken waar veel allochtonen met hun eigen groep samenwonen. Allochtonen in deze wijken hebben geen verhoogd risico op schizofrenie."

Übersetzung:

"Die Ergebnisse [der Forschung, HR] zeigen, dass die Anzahl von neuer Schizophrenie-Vorkommnissen bei Allochthonen sich vermehrt, wenn sich eine prozentuelle Abnahme der Viertelbewohner ihrer eigenen ethnischen Gruppe ereignet. Der "Schildersbuurt" und das "Transvaalkwartier" [Innenstadtviertel, HR] sind in der Stadt Den Haag die Viertel wo viele Allochthonen zusammenwohnen mit Mitglieder ihrer eigenen Gruppe. Allochthonen in diesen Vierteln haben kein erhöhtes Risiko der Schizophrenie."

Das ist alles. Korrekt und nett. Kein Muslim zu sehen...

Eben wenn man in Kauf nimmt, dass Ulfkotte wahrscheinlich kein niederländisch versteht, kann er doch schwierig behaupten, dass er hier etwas gelesen hat über die unterstellten Zusammenhang zwischen Islam und Schizophrenie (Übrigens: Schizophrenie und Gewalttätigkeit - das sind zwei verschiedenen Sachen, Herr Doktor!)

Was man in Wirklichkeit untersucht und gefunden hat

Die niederländische Förscher haben sich also gestützt auf US-amerikanische wissenschaftlichen Studien nach den Ursachen des erhöhten Riskos auf Schizophrenie bei Immigranten der ersten- und zweiten Generationen. Im allgemeinen wird in dieser Literatur die unterschiedene Reaktion der Eltern und der Kinder auf die "Schock" der neuen Umgebung als Grundursache der Entwicklung von Schizophrenie angegeben. Man lebt in zwei verschiedenen Welten, ist gezwungen um zwei unterschiedenen Verhaltungsweisen zu entwickeln. Man ist verunsichert.

(Diese Verunsicherung trifft übrigens auch den autochthonen Bewohnern, wenn ihre relative Anzahl abnimmt. Ich habe es mehrmals in meinen Berufspraktik als Berater für Stadtviertel-Regeneration in verschiedenen europäischen Ländern wahrgenommen. Bei denen führt die Verunsicherung und Vereinsamung jedoch nicht so oft zu schizophrenen Erkränkungen, sondern zu entweder Agressivität oder Depressionen. Das amsterdamer Zentrum ist also auch für diese kategorie der Bewohnern gedacht.)

Die amerikanische Studien beziehen sich auf Immigranten aus Latein-Amerika, aus den Karaiben, aus dem Nahen Osten, aus Europa (jüdische Einwanderer, zum Beispiel) und auch auf ... Deutschen nicht-jüdischen Einwanderer. Und - Ihr habt es schon geahnt: Die Deutschen Einwanderer sind ebensoviel schizophrenie-süchtig als zum Beispiel die Libanesen!

Was die holländische Untersuchung (die nichts mit der Situation im amsterdamischen Slotervaart zu tun hat) also ergieben hat, ist die Feststellung, dass neue Fälle der Schizophrenie sich vermehren, als in der Wohnumgebung die Anzahl der Leute der eigenen ethnisch-kulturelle Gruppe im Abnehmen ist. Vergleich mit der Situation in mono-ethnisch-kulturellen Vierteln, ergibt, dass es dort statistisch weniger neue Fälle der Schizophrenie gibt. (Wahrscheinlich, weil es dort weniger Verunsicherung gibt, HR).

Es ist eine Untersuchung für "Markteffizienz" des Hilfsangebots

Die Forscher wagen sich (weil es echte Wissenschaftler sind) nicht an Extrapolierungen zur Ausländerpolitik, und schon gar nicht zur Islam. Denn was sollte man auf Grund einer Teilstudie über ein Teilphenomen sagen können? Sollte man wegen des erhöhten Schizophrenierisikos die Stadtviertel soviel als möglich ENTmischen?

Nein, diese Untersuchung ist von der "Parnassia Bavo Groep" finanziert worden, weil dieses Unternehmen eines der neuen privatisierten "zorgbedrijven" ist. Die gesetzliche Neufassung (seit 2004) des holländischen Kranken- und Verpflegungssystems hat dergleiche Unternehmen erzeugt. (Über denen ich im heutigen Rahmen nicht Übles zu sagen habe, HR)

Die "Groep" umfasst regionalen psychiatrischen Institutionen in der "Randstadt" im Westen des Landes, und ist in dieser region auch verantwörtlich für dezentralisiertes "Zorg"-Angebot. Für die Gruppe ist ist interessant, zu wissen, wo sie ihr Angebot am Besten (geographisch) einsetzen kann. Zu wissen, dass bei dramatischen Änderungen der ethnisch-kulturellen Bevölkerungszusammensetzung von Stadtvierteln, ein erhöhtes Schizophrenie-Risiko bei Allochthonen entsteht, und dass dies unabhängig von der sozial-ökonomischen Zustand sei, kann helfen, um das GGZ-Angebot besser auf der Nachfrage abzustimmen.

Eine wissenschaftliche Untersuchung nach dem Modell der Marktaufklärung wie sie durchweg von allen modernen Betrieben gefördert werden, hat ULFKOTTE enstellt und missbraucht für seine Agitation.

Ulfkotte enstellt systematisch ausländische "Berichte" - Fall Holland

Auch in diesem Falle, hat Dr. Ulfkotte wieder unwissenschaftlich, und entgegen jede journalistische Ethik gehandelt. Wiederum hat er Menschen und Institutionen die nur ihre Arbeit nachgehen, geschadet und übel nachgeredet. Wahrscheinlich hatte er an einem Tag nicht genug deutsches Material für seinem unheiligen Kreuzzug und hatte gemeint, dass es weniger risikovoll sei, um ausländischen Märchen zu erzählen als deutschen. "Die dumme Holländer lesen mich ja doch nicht", so könnte der Europapolitiker-In-Spe gemeint haben.

Erfundene amsterdamer Schweinegeschichte

Dennoch, Ulfkotte hätte besser wissen können. Als er in Juni dieses jahres in Berlin ausgepackt hat mit einem ähnlichen holländischen Märchen, war zufällig der berliner Korrespondent der niederländischen öffentlichen Rundfunk, Laurens Bovens, unter seinen Zuhörern. In seinem Blog auf der Webseite des "Nederland radio-Wereldomroep" schrieb Bovens (13. Juni 2007, in Englisch, und ich habe keine Lust um es auch noch zu übersetzen, HR):

"Mr Ulfkotte does not limit himself to Germany. The Netherlands is up next: "Amsterdam has cancelled education on rural life" he says, because pigs were part of the discussion during these classes and that was an affront to Muslim schoolchildren. Mr Ulfkotte claims the affair escalated to the point where the curriculum was changed.

It's an example of how he only tells half the story. Yes, there was one school in Amsterdam where this occurred, but Mr Ulfkotte fails to mention that the Amsterdam authorities were furious about the incident. A spokesperson for the responsible councillor says this must never happen again because you cannot solve problems that way."

Ganz gemäss seiner Gewohnheiten, hat Ulfkotte nichts korrigiert in Akte Islam, auch nicht nachdem ich am 26. Juni 2007 die Angelegenheit weiter besprochen habe in At Home in Europe (A German Mouthpiece for Hirsi Ali and Daniel Pipes: Udo Ulfkotte), wo man den ganzen Text des berliner Korrespondenten nachlesen kann. Man muss annehmen, dass Ulfkotte diese Geschichte in unveränderten Fassung inkorporieren wird im Vorjahr 2008 erscheinenden Hetzbuch sowie er es jeden Winter einen schreibt.

Wo es also schon mindestens zwei wissentlichen Entstellungen Ulfkottes gibt in sachen Niederlande, wird es angebracht sein, um auch meinen Landsleuten ein wenig über Ulfkotte aufzuklären.

16 März, 2007

Roaming Charges: Wird Europa sie zivilisieren?

Die roaming Charges (Handy-Gebühren im Ausland) sind zu hoch. Die EU-Kommission möchte sie zurückbringen zu normalen Gebühren. Est iste eine "Testcase" für dasjenige was Europa für Konsümenten tun könnte. Die Mobilfunk-Anbieter sträuben sich. Auslandsgebühren leisten mehr als 20% ihrer Profiten. Trotz alledem was sie sagen, die Übersetzung von ausländischen Verbindungen kostet ihnen kaum mehr als die Verbindungen mit nationalen Anbietern. Es geht alles automatisch. Statt Angehens der internationalen Konkurrenz, möchten sie die fiktive Grenzen der nationalen Anbietern weiter verwenden zum Überprofit auf Kosten der gewöhnlichen Konsümer. Denn grosse internationale Unternehmungen haben schon längst ihre Rabatts ausgehandelt. Der Spiegel (Tagesberichte) meldet heute:

EU kappt Handygebühren - Konzerne empört

Netzgebühren sollen gedeckelt, Telefonate aus dem Ausland billiger werden. Der EU-Beschluss entsetzt die Mobilfunk-Anbieter: Eine Begrenzung der Roaming-Gebühren sei unnötig - und gefährde den Wettbewerb. Experten sehen das ganz anders.

Berlin - Bislang müssen die Verbraucher im Ausland für Telefonate mit der Heimat tief in die Tasche greifen: Minutenpreise von bis zu drei Euro sind keine Seltenheit. Schuld daran sind die sogenannten Roaming-Gebühren, die für die Nutzung fremder Mobilfunknetze fällig werden. Für sie soll nun eine Obergrenze festgelegt werden, so der Beschluss der EU-Minister bei einem Treffen am Rande der Cebit.

Dieses Beschluss war nicht selbstredend. Die Mobilfunk-Anbieter haben die nationale regierungen unter starkem Druck hesetzt und viel investiert in Lobbying in Brüssel.

Experten sind begeistert: "Die teilweise riesigen Kostenunterschiede innerhalb Europas sind nicht nachvollziehbar", sagt Matthias Hamel von der Beratungsgesellschaft Solon. Auch nach den geplanten Preissenkungen kämen die Unternehmen auf ordentliche Margen bei Auslandstelefonaten.

Die Anbieter reagierten dagegen weniger erfreut auf den EU Vorstoß. Sollte die Regulierung tatsächlich kommen, würde das den Wettbewerb zum Erliegen bringen, sagte Vodafone-Deutschland-Chef Friedrich Joussen zur Nachrichtenagentur dpa-AFX. Ein T-Mobile-Sprecher argumentiert, die Roaming-Regeln seien aus Verbrauchersicht gar nicht nötig - die Konkurrenz unter den Anbieter sorge auch so für günstige Tarife. "Die Tendenz zeigt ganz klar, dass die Preise für Telefonate im Ausland sinken."

Mein 'Vodafone'-Klient in Belgien, Proximus, bietet tatsächlich neue, weniger hohe, Tarife an. Die sind aber begrenzt in Verbindungszeit und via einem speziellen Auslandsgebühr von 85 eurocent pro Appell. Es ist nicht klar, ob auch die Appell-Empfängstgebühren die für Auslandsgesprächen aufgelegt werden, auch sinken. Ebensowenig ist klar, ob SMS-Berichte billiger werden. Spiegel:

Tatsächlich hatten die führenden Anbieter in den vergangenen Monaten ihre Tarife immer wieder gesenkt - allerdings vor allem in der Hoffnung, so die immer wieder angedrohten Roaming-Höchstgrenzen noch verhindern zu können.

"Wir können das nicht dem Markt überlassen"

Aus Sicht der EU sind die Preise trotzdem immer noch zu hoch. Eine Regelung sei aus Gründen des Verbraucherschutzes deshalb wichtig, erklärten heute EU-Medienkommissarin Viviane Reding und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU). "Wir können das nicht dem Markt überlassen", sagte Glos nach dem Treffen der zuständigen EU-Minister.

Deren Beschluss zufolge soll nun noch im ersten Halbjahr 2007 eine entsprechende Gesetzesvorlage ausgearbeitet werden, die bis Juni endgültig unter Dach und Fach sein soll. Offen ist derzeit noch, wo genau die Grenze gesetzt wird. Ein Sprecher Redings hatte am Rande des Minister-Treffens erklärt, es zeichne sich offenbar eine Obergrenze von rund 50 Cent ab. Die Nachrichtenagentur dpa-AFX schrieb wenig später, nach jüngsten Informationen peile die Kommission für Anrufe ins Heimatland eine Obergrenze von 44 Cent pro Minute an und von 15 Cent bei eingehenden Anrufen. Reding, Glos und Bundeskanzlerin Merkel hatten zuvor 50 beziehungsweise 25 Cent vorgeschlagen. Die Deutsche Telekom veranschlagt derzeit 59 Cent pro Minute.

Die Senkungen der Gebühren, wie sie von den EU-Behörden vorgeschlagen werden, sind viel wichtiger:

Die EU-Kommission hatte bereits vergangenen Sommer vorgeschlagen, eine Roaming-Höchstgrenze festzusetzen. Das könne zu Preissenkungen von bis zu 70 Prozent führen, hieß es aus Brüssel: Von den geschätzten 8,5 Milliarden Euro im Jahr, die in der EU an Roaming-Gebühren fällig werden, würden also rund fünf Milliarden Euro wegfallen. Einer Deckelung der Preise müssen die Minister der Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament absegnen. Das hatte allerdings schon Zustimmung signalisiert.

Aber die Zustimmung der EU-Regierungen steht noch aus. Man sollte sich beeilen, um die nationale Parlamente im Bilde zu bringen, denn die Regierungen der EU-Staaten lassen sich bis jetzt in hohem Masse von (kleineren) nationalen Anbietern beeinflussen!

19 Februar, 2007

Bigberta [DE] übersetzt meine Observationen zur häuslichen (Alters-)Krankenpflege...

Nachfolgendes mit herzlichen Dank an Mitbloggerin Bigberta aus Bayern, die es unternahm, um meine Kommentare zur holländischen Chaos der Privatisierung der häuslichen Krankenpflege ins Deutsch zu übersetzen:


Huib Riethofs weitere Überlegungen zur Altenpflege - und meine auch...

So liebe ich die Bloggerei!

Mein höchstgeschätzter Co-blogger Huib Riethof hat sich in seinem mehrsprachigen blog weitere Gedanken gemacht, die ich gerne hierhin übernehme.

Da es im neuen Focus diese Woche auch eine sehr gute Titelgeschichte zum Thema gibt, trifft das sicherlich einen Nerv.
Hier ist der Link zur Online-Version mit einer Menge weiterführender Infomationen:

Huib schreibt:
Bei der Privatisierung der häuslichen Krankenpflege (besonders wichtig für ältere Familien, die gerne noch zu Hause bleiben möchten, und die mitdem keine Plätze im Alternheim beanspuchen, was global gesehen, eine grosse Ökonomie darstellt), geht es in Holland oft wie folgt: Eine Stadt, verantwörtlich für die häuslichen Krankenpflege, muss eine europäische Ausschreibung veranstalten. Bis jetzt, wurde die häusliche Krankenpflege besorgt von einer e.V., wie das gelbe oder grüne Kreuz, die nicht profit-gerichtet sind. Die Stadt ist verpflichtet worden, um das billigste Angebot anzunehmen. Schreibt sich ein, eine, z.B., polnische, Firma die 30% billiger ist als alle Andere. Sie hat kaum diplomierte PflegerInnen im Personalbestand. Aber de Stadt ist doch verpflichtet ihr die Zuschreibung auszustatten. Statt eine Diplompflegerin, kommt jetzt täglich eine Haushaltshilfe täglich zur Wechslung von, z.B., der Beinbinden der alte Frau. Wenn es Probleme gibt, kann sie sie nicht signalisieren, wie eine Diplompflegerin es getan hätte. Folge: Mehr Krankenhausaufnahmen, und schlechtere Gesundheitszustand der abhängigen Bevölkerung.
Daneben, gibt es die oben signalisierte Maffiapraktiken. Krankenpflege ist kein marktgesteuertes Business.


Gottseidank gibt es so etwas wie die Ausschreibung eines Gruppenvertrages mit der Krankenkasse in Deutschland noch nicht, aber was es sehr wohl gibt (auch bei den "großen" Organisationen), ist, daß es, ähm, nicht immer examinierte Kräfte sind, die pflegerische Arbeiten verrichten, wobei man natürlich sagen muss, dass das zum Teil auch in der Natur der Sache liegt. Nach meinem Eindruck ist nur das Ausmass unterschiedlich, aber gemacht wird es überall.

Um nochmal auf den Film "2030, Aufstand der Alten" zurückzukommen: das Drehbuch basiert genau darauf: irgendeine Regierung in der Zukunft privatisiert die komplette Versorgung ihrer Senioren - also so abwegig, bar911, ist das nicht, dass das auch in Deutschland oder anderen Ländern passiert.

Ein weiteres Detail ist mir aufgefallen:
Mein Dad - und früher meine Mutter bekommen/bekamen gelegentlich Essen auf Rädern der Firma apetito. Für einen Einheitspreis von jeweils 6,29 oder 6,79 Euro kommt jeweils ein komplettes Mittagessen Diabetes-Diät. so z.B. Kasseler in Soße mit Sauerkraut, oder Fischauflauf, oder Putenrollbraten in feiner Sahnesoße. Ich frage mich, ob das ein normaler Preis ist, oder subventioniert. Nun gut, die Truppenverpflegung der Bundeswehr kostet pro Mittagessen 2,64, aber ich denke, das ist nicht der Maßstab.
Jetzt bemerke ich, daß die Firma häufiger mit Werbespots im Fernsehen zu sehen ist, so zum Beispiel hier, und auf der website kann man sehen, dass das Seniorenessen nur eine Aktivität unter mehreren ist.

Ob jemand nachvollziehen kann, warum mich das stört, oder ist das jetzt übertrieben???

Huib schreibt weiter:
Häusliche Krankenpflege soll eine der Ausnahmen darstellen in der europäischen Dienstenrichtlinie: Sie soll von nicht-profitgerichteten, professionell begutachteten, Organisationen verübt worden.
Wie ich bereits geschrieben habe, drängen jetzt vermehrt osteuropäische Organisationen auf diesen "Markt", und die Frauen scheinen auf den gleichen "Vertriebswegen" zu kommen, wie das Personal für's Rotlicht-Millieu. Examina? Es gibt Länder, da kann man Examina kaufen, oder zumindest einen Prüfer "motivieren", etwas weniger streng zu sein, *hust*. Zumindest in Deutschland - das habe ich aus dem Focus gelernt - kann man sich bei den Verbraucherzentralen über die Heime informieren. Da 80% der Heime in deren Listen verzeichnet seien, sei es schon eine Info, wenn man das Heim dort nicht auffindet. Der Pflegedienst meines Vaters betreibt Qualitätsmanagement
d.h., man kann sich entweder vom Tüv (jaja...) oder von anderen Organisationen oder Firmen.

Offensichtlich ist die - *hüstel* - Marktorientierung der häuslichen Pflege in den Niederlanden schon weiter fortgeschritten.
2. Im Quartier, kann man kooperative, wechselseitige, Organisationen zustandebringen, die, von der Bevölkerung kontrolliert, diese Aufgaben erfüllen mit lokalen MitarbeiterInnen. Die -im Moment noch theoretische- "Wahlfreiheit" der Pflege-Konsümenten könnte dazu eingesetzt werden.

Übrigens kommt auch klar hervor aus dem oben übersetzten Berichte, dass die grosse Pflege-Organisationen die den "Markt" der Gesundheit seit 1.1.2006 in den Niederlanden beherrschen, nicht im Stande sind, die notwendige Kontrolle auszuüben über das "Kleingut" der häuslichen Krankenpflege. Eine staatliche Inspektion, bestattet mit weiten Befügnissen, wäre notwendig. Das wäre äusserst kostspielig. Besser, also, wäre es, die alte Situation wiederherzustellen, und die Kenntnisse und das savoir-faire der HauspflegerInnen wieder anzubohren!


Ich fürchte fast, man bekommt diesen Problembereich nur gesamteuropäisch in den Griff, oder überhaupt nicht.

Danke, Huib, für die Horizonterweiterung!
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