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18 Juni, 2010

Gute Alternative für Separatisten und Europäophoben: Die Schweiz!

Die islamophobische deutsche Hasswebseite "PI" veröffentlicht heute einen Aufruf der schweizerischen SVP zum Beitritt aller freien Menschen in Europa (und in der Welt?) in der schweizerischen Föderation. Unser Freund Politblogger » PI tritt aus Deutschland aus konnte vor Lachen kaum copy-and-paste. Aber es ist ihm doch gelungen. Nachher Volltext des surrealistischen  Gedankenguts.

Aber, ist es denn so surrealistisch? Nein, eigentlich nicht. Die SVP hat, vor wenigen Monaten, das Referendum zum Minarettenverbot in der Schweiz gewonnen. Nicht nur PI in Deutschland, sondern auch die Wilders "Partei" in den Niederlanden, und dänische, flämische, italienische (Lega-Nord) und englische Suprematisten haben sich mit dem eidgenössischen Standpunkt vereint. Jetzt gibt es das Angebot ihrer Schweizer Freunden, sich von der EU zu trennen und stattdessen der schweizerischen Föderation beizutreten.

Vielleicht eine gute Idee:
Die Schweizerische Volkspartei fordert vom Bundesrat, den Beitritt von Regionen in der Nachbarschaft zur Schweiz vorzubereiten. Die Grundidee verlangt die Umkehrung des Beitrittsgedankens zur EU. Nicht die Schweiz soll der EU beitreten, sondern der Schweiz anliegende Gebiete sollten sich dieser anschließen. Größter ‘Nachteil’: Es sind (bislang?) mit Vorarlberg und Baden-Württemberg ‘nur’ Teilgebiete Österreichs und Deutschlands als Beitrittskandidaten vorgesehen.
Aber dieses Nachteil ist auch ein Vorteil:
Aber auch angrenzende Teile Italiens und Frankreichs wurden in die Überlegung mit eingeschlossen. Wohl nicht ganz ohne Grund überschreibt die Basler Zeitung den Artikel zu dieser an den Bundesrat gerichteten Motion mit den einleitenden Worten: ‘Kein Scherz!’ Nachdem das erste Schmunzeln abgeklungen ist, lädt der Gedanke allerdings zum Träumen ein.
[...]
Wenn es heißt, wieder demokratisch über das eigene Schicksal bestimmen zu können, anstatt von scheindemokratischen Institutionen der Europäischen Union am bürokratischen Gängelband geführt zu werden, dann ist Helvetia die weitaus schönere Braut als Europa. Zumal Europa eine ewige Versprechung für den Freier bleibt, die insbesondere von Österreich und Deutschland mit weit ausgestreckter Hand immer wieder aufs Neue Brautgeld verlangt.
Es sollte auch für die zum Beitritt zur Schweiz entschlossenen österreichischen und deutschen Gebiete möglich sein, sich zunächst für unabhängig zu erklären, um dann im zweiten Schritt der Schweiz beizutreten. Schließlich wurde auch das Kosovo nach Erklärung der Unabhängigkeit anerkannt. Wenn dies auch nicht ganz vergleichbar ist, denn das Kosovo ist von europäischer Hilfe abhängig, während Europa am deutschen und österreichischen Steuertropf hängt. Dieser entwickelt sich allerdings immer mehr zu einem reißenden Strom. Und während die Schweiz Spanien bei der Fußballweltmeisterschaft vom Platz – na ja, sagen wir – putzt, bereiten sich Deutschland und Österreich darauf vor, nun auch noch die spanischen Schulden zu bereinigen.
Also, ganz selbstverständlich, wenn Spanien in Südafrika ein Fußballspiel von der Schweiz verliert, kann es auch keine Hilfe für die spanischen Finanzen geben!
Und wie immer werden wir weder hierzu noch zu der Einführung des Euro, der Ratifizierung des Lissabons’vertrages’, den nicht enden wollenden Erweiterungsrunden und auch sonst bei keiner Entscheidung gefragt. Nur die Folgen sollen wir – als ‘gute Europäer’ – immer klaglos tragen, während man uns gleichzeitig die Möglichkeiten der Einflussnahme mit jedem weiteren Schritt noch umfassender beschneidet. In der Schweiz hingegen bestimmt das Volk.
Und was einst in Bezug auf das von Unfreiheit eingekreiste Berlin galt, gilt nun für die Schweiz: Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger der Schweiz, und deshalb bin ich als freier Mensch stolz darauf, sagen zu können ‘Ich bin ein Schweizer!’ Lasst uns Schweizer sein, aber auch wirkliche Schweizer werden. Man wird ja noch träumen dürfen.
Ein wahrhaft historisches Angebot der schweizer Freunden! 
Die Wilders-Abgeordneten im Europa-Parlament würden endlich etwas Konkretes machen können. Die Gefolgschaft des Bart Dewever in Belgien hätte endlich ein Vaterland. Die Lega-Nord aus Milano hätte ihr steuernfreies Hinterland.
Die Schweiz, die Schweiz!
Wir kommen massenhaft zu Dir!

03 Februar, 2008

Klammheimliche Hetzer und staatstragende Kollaborateure: Vor oder nach dem Genozid bestrafen? Oder gar nicht?

Jochen Hoff,
der berliner Blogger (Duckhome), ist einer der deutschen Blogger die von Udo Ulfkotte und Pax Europa verklagt worden sind, weil sie Ulfkotte mit Rassismus in Zusammenhang brachten.



Heute veröffentlicht er einen Post, in dem er eine These zum antwerpener Debie-Urteil entwickelt, die sich von der Unseren unterscheidet. Er meint, dass es wenig wahrscheinlich sei, dass die frankfurter Richter in Februar von dem belgischen Arrest beeinflusst werden. Auch der europäische Trend zur Verschärfung des Vorgehens gegen Vorbereitung und Schürung der Hetze und der (Rassen-) Diskrimination, werde sich wahrscheinlich in Frankfurt (noch) nicht durchsetzen.

Es brauche, so Hoff, noch einen Langen Marsch durch den nationalen und europäischen Institutionen, bevor die deutsche Nachkriegstradition der Schonung von Kollaborateuren und klammheimlichen Hetzern gebrochen werden könnte.

Wie könnte man rechtzeitig das klammheimliche Übel anfassen?
Eingestanden soll es sein, dass es schwierig ist, Menschen, wovon jeder weiss, dass sie mitgeholfen haben (oder im Begriff sind mitzuhelfen) Genozide, Pogrome oder Bürgerkriege zu schüren, aber die sich auf ihnen erteilten Befehlen berufen, oder auf ihren Unwissentheit, oder auf jeweiligen guten Absichten, zu be- und ver- urteilen. Was sind die Fakten? Kann man jemand, der bestreitet Rassist zu sein, dennoch wegen Schürung des Rassismus verurteilen?

Meine Antwort ist: "Ja". Man kann es nicht nur. Mal soll es auch. Und zwar, womöglich, bevor der Genozid, der Pogrom und die Lynchpartien stattgefunden haben.

Die Gefahr ist selbstverständlich, dass es schwierig ist, auszufinden, wo die Redefreiheit aufhört zu primieren über den üblen Absichten. Missbrauch dergleichen gesetzlichen Bestimmungen seitens Regierungen, und von nicht-unabhängigen Richtern, ist ein grosses Risiko.

Anfassen beim Wurzel, nicht bei der Ausschweifungen; bei den Opinionsmachern also
Die Streit um der Aufrechterhaltung der Genozid-Klagen gegen Milosevic beim Jugoslawien-Tribunal in Den Haag, wie sie von Florence Hartmann*) beschrieben wird,zeigt, dass man, eben bei einem Hauptverantwörtlichen,nicht umhin kann, die Vorbereitungshandlungen und die systematische Schürung wie Straftat zu beurteilen. Weil ja dem Milosevic nicht nachgewiesen werden könnte, dass er konkrete Befehle erlassen hätte zum Genozid und er auch nicht persönlich daran teilgenommen hatte.

Wichtig dabei ist auch die Position die der Angeschuldigte innehat: Ein jeweiliger Kommentator bei PI, der sich an Gewaltphantasien gegen Muslimen aufgeilt, sollte man unterscheiden von Leuten die als Intellektueller und Publizist systematisch befassen mit klammheimlicher Hass-schürung.

Geduld, aber auch Urgenz
Ich muss gestanden, dass Jochen Hoff wirklichkeitsnäher ist als ich, wenn er sagt, dass "Ungeduld" ein schlechter Ratgeber ist, wenn es, wie hier, gehe um eine grosse Umwandlung der Verfolgungspolitik. Was im Alltagsleben als Evidenz erscheint, nämlich die schuldige Verantwortlichkeit der Hetzer, ist es ja noch lange nicht in der Welt der Jurisprudenz.

Prudenz = Vorsichtigkeit. Vorsicht ist eine positive Sache, wenn es um Angelegenheiten geht, die der Meinungsfreiheit berühren. Leider schafft dieser Vorsichtsfrist jedoch auch ein zu raum befristetes Spielfeld für die Anstacheler der Lynchpartien. Bei aller Gelassenheit und Geduld, sollte man auch nicht vergessen, dass es sich um eine sehr dringende Sache handelt.

Die Anti-Islam Strategen, die Juni 2007 in Kalifornien sich versammelten, hatten zwei Hauptlinien festgelegt.
  • Die Erste ist "Advocacy": Gebrauch und Missbrauch von bestehenden und zu veranlassenden gesetzlichen Bestimmungen, zwecks Isolierung und Marginalisierung von Muslimen. Das geht von Kopftücherverboten bis zum Pflicht um Warnungszeichen an Moskeen und muslimischen Geschäften zu kleben. (Der schweitzer Anwalt Arnaud de Montebour).
  • Die zweite ist "Social Action": Weil der Staat zu langsam und zu wenig aufkommt gegen der unterstellten Islam-Gefahr, sollte man die Volkswut anstacheln gegen Moskeen. Schürung des gesunden Volksempfindens, sogesagt. Befürwörterin dieser Linie war Ajaan Hirsi Ali, enttäuscht über das Misslingen ihrer holländischen parlamentarischen Laufbahn.
(Ich berichtete über der "Pepperdine" Konferenz und der Teilnahme von Heinrich Broder, u.A., in Legal Alien in New York, 5 Artikel, zum Beispiel hier).

Ohne zu ulfkotteschen Verschwörungstheorien (Muslimbruderschaft) abzugleiten, kann man nicht umhin, festzustellen, dass die zwei Strategien schon breite Anwendung finden, in Deutschland, in Europa und in den Vereinigten Staaten. Teils handelt es sich dabei um Opportunismus und Papageierei. Teils ist es nur modisch, oder noch ein Protest gegen die intellektuellen Leere des modernen Westens. Aber die Auswirkungen sind potentiell äusserst gefährlich. Man kann nicht abwarten, bis der der anschleichende Genozid stattfindet.

Nachdem Jochen Hoff meine Bewertung des antwerpener Urteils und die des Dietmar Näher (Politisch Korrekt) zitiert hat, schreibt er:

Zunächst einmal ist die Verurteilung von Bart Debie ein wichtiger Sieg gegen den Rassismus in Europa , auch wenn im Rahmen des Berufungsverfahrens die Strafe vermutlich noch etwas, wenn auch unbedeutend abgemildert wird. Ich tippe darauf das er nicht in Haft muss und ihm die bürgerlichen Ehrenrechte verbleiben, während die Geldstrafe erhöht wird. Das ist so die Art Kuhhandel. den ich zumindest in Deutschland erwarten würde.

Allerdings haben die anderen Europäer ein etwas anderes Verhältnis zu Faschisten und Rassisten als wir in Deutschland. Bei uns in Deutschland ging es nach 1945 darum die Vergangenheit möglichst schnell zu vergessen und wieder zur Tagesordnung über zu gehen. Bei der Menge an Schuld, wäre es schwer, wenn nicht gar unmöglich gewesen, diese wirklich aufzuarbeiten. Also wurde das Ende der Nürnberger Prozesse, im Prinzip auch als das Ende der Aufarbeitung gesehen.

Insbesondere die deutsche Justiz, die in ihren eigenen Reihen mit erheblicher Schuld zu kämpfen hatte, war nicht wirklich an einer weiteren Verfolgung interessiert, zumal die Täter ja alle staatstragend waren, und ihre Befehle befolgt, ja teilweise mit viel Freude auch übererfüllt hatten. Die deutsche Justiz, die sich ja immer als staatstragend verstanden hat und staatlichem Unrecht meist reaktionslos gegenüberstand und gegenübersteht, hat diesen Bereich bis heute praktisch geschlossen, auch wenn in letzter Zeit ein paar Verfahren für Aufsehen sorgten, weil eben doch bestraft wurde.

Im restlichen Europa waren die Täter ja nicht nur Rassisten oder Faschisten sondern häufig auch Kollaborateure, also Leute die mit den Deutschen, dem Feind, zusammengearbeitet hatten. Das führte von Anfang an zu einer anderen rechtlichen Betrachtungsweise als bei uns. Natürlich war auch der Umgang mit den Kollaborateuren nicht immer einwandfrei.

Während es in Deutschland schwer bis unmöglich ist, eine Staatsanwaltschaft dazu zu bekommen, das sie wegen Volksverhetzung oder Aufruf zum Rassenhass ermitteln, geht das in anderen Teilen Europas einfacher. Auch wenn dort ansonsten ein weniger obrigkeitsgläubiges Rechtssystem als bei uns vorherrscht. Unsere Rassisten und auch die Faschisten und Faschistoiden geben sich ja meist staatstragend. Als Beschützer jenen Deutschseins, das es zwar real nie gegeben hat, das aber für viele eine schöne Fiktion ist.

Darüber kann man schimpfen und wütend sein, aber das ändert nichts an den Tatsachen. Es gibt auch so richtig keinen Grund mehr wütend zu sein. Wir leben mittlerweile alle im gleichen Europa. Das bedeutet nicht nur für einige eine gemeinsame Währung, gemeinsame Grenzen, gemeinsame Gesetze und Vorschriften sondern auch gemeinsame Europäische Gerichte als letzte Instanz.

Wenn nationale Gerichte sich weit von europäischen Normen entfernen oder gar Menschenrechtsfragen berührt werden, dann macht es Sinn mit seinen Anliegen nach Europa zu gehen. Während in Deutschland die Verurteilung von Bart Debie bedeutungslos ist, bildet sie in Europa die neue, europäische Rechtstradition mit aus und wird in einigen Jahren oder Jahrzehnten, nach den entsprechenden höchstrichterlichen Urteilen auch die deutsche Rechtstradition verändern.

Die Annahme von Huib Riethof und Dietmar Näher, das die Verurteilung von Bart Debie etwas für die Verfahren Ulfkotte und Pax Europa gegen Blogger und dann auch gegen die beklagten Journalisten und Wissenschaftler bringt, teile ich nicht. Wie bereits angeführt ist ein belgisches Urteil in Deutschland belanglos. Da würde die Einschätzung des Brüsseler Bürgermeisters der die Verantwortlichen der von Dr. Udo Ulfkotte angemeldeten Demonstration als Rassisten bezeichnete und dabei auch auf die belgischen Sicherheitskräfte verwies, die, diese Einschätzung wohl getroffen hatten, viel mehr bringen. Aber auch sie scheint in der ersten Instanz eher belanglos zu sein.

Bart Debie ist eine Einzelperson, die zwar sehr nahe mit Dr. Ulfkotte verbunden ist, aber wenn Bart Debie einen Banküberfall begeht, würden wir ja auch nicht automatisch annehmen, das Udo Ulfkotte sein Komplize ist. Selbst das beide sich als Sicherheitsexperten bezeichnen spielt keine Rolle. Schuld ist eine individuelle Angelegenheit. Die Schuld des Bart Debie wurde vom belgischen Gericht jetzt bestätigt. Seine individuelle Schuld. Nicht die von Udo Ulfkotte.

Das ist mir deshalb so wichtig, weil ich ja eben Herrn Ulfkotte vorwerfe, das er die Moslems für etwas verantwortlich machen will, was vielleicht ein einzelner Moslem getan hat, oder nur in irgendwelchen Fantasien existiert. Wenn ich Herrn Ulfkotte für Bart Debie verantwortlich mache, dann benutze ich die gleiche Methode, die ich überall vehement bekämpfe.

Natürlich bin ich persönlich fest davon überzeugt, das beide für die gleiche Sache kämpfen und das die Verflechtungen sehr viel intensiver sind, als wir alle annehmen. Natürlich reicht das von bulgarischen Rechtsradikalen bist zu den Resten französischer Rechtsterroristen. Aber das muss bewiesen werden. In Einzelschritten. Genau das wird in Frankfurt und in den Folgeprozessen passieren. Es ist eine reine Fleißarbeit, die über Jahre gehen wird. Ein Verfahren wird sich an das andere reihen. Mal obsiegt die eine, mal die andere Seite. Bis es das Urteil in letzter Instanz gibt.

Das kostet Zeit und Nerven. Allerdings glaubte auch Bart Debie schon einmal davon gekommen zu sein. Nun hat ihn die harte Realität eingeholt. Bei jeder Niederlage gibt es natürlich auch ehemalige Mitstreiter, die dann erzählen wie einiges wirklich war. Dem Frieden, den PI und die Leute die für Brüssel gespendet hatten, mit Dr. Ulfkotte heute scheinbar haben, dem Frieden traue ich nicht. Auch da werden wir noch einiges erleben. Im Laufe der Zeit.

Vor Gericht und auf hoher See ist Ungeduld ein schlechter Ratgeber.

Schöner Text, nicht wahr? Wir marschieren getrennt, aber werden zusammen schlagen.


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01 Oktober, 2007

Ulfkotte beendet Hejira in die Schweiz


Dr. Udo Ulfkotte
Originally uploaded by Säm
Verfeindet mit Europas Antirassisten wegen seinem Anti-Islam Populismus, und seit dem 11. September auch noch mit seinen Bundesgenossen von (Extrem-) Rechts wegen seines individualistischen und egozentrischen Handelns, dass die geplante brüsseler Ant-Eurabien Demonstration platzen liess, ist der selbsternannte Europaretter aus der ruhigen Schweiz, wo er der SVP unterstützte im Wahlkampf (Photo, 19 September am Bodensee), in die Heimat zurückgekehrt, wo ihn schwere Geldprobleme belasten. (Darüber später)

22 September, 2007

Abstieg in einer Polit-Pathologie: Ulfkotte ging nicht zur Justiz, aber in die Schweiz...

Udo ist vollbesetzt. Kaum hat er totalen Verwirrung und Unmut gestiftet bei seinen Hooligan-Anhänger in Dänemark, England, Belgien und Köln, da ist er schon verschwunden in die Schweiz.

Seine Absage der geplanten 11. September Demonstration in Brüssel, im letzten Moment, an seinen SIOE-Bundesgenossen aus England und Dänemark, und seine zu spät gekommenen Distanz zum Vlaams Belang und zu Pro-Köln, hat zu einer erfreulichen Zersplitterung geführt.
Es gab drei unterschiedene Demonstrationen am 11. September: Eine in Köln, von Pro-Köln, und zwei Benachbarten in Brüssel: Eine am Schumannplatz (Vlaams Blok), und eine andere am Leopoldsplatz (SIOE). Jedesmal gab es nur eine winzige Anzahl von Teilnehmern.

Seitdem beschimpfen die einstmalige Kompane einander recht herzlich, und alle beschimpfen sie Udo Ulfkotte. SIOE-Führer Stephen Gash hegt eben den Verdacht, dass der Ulfkotte alles sabotiert habe im Auftrag der Geheimdiensten derer Mitarbeiter er sich rühmt zu sein. (Im vorherigen Post: U. muss jetzt Beleidigungen von Rechts verfolgen.)

Wir hatten uns schon auf die fällig gewordenen neuen Klagen des Ulfkotte-Kompexes (U. persönlich und Pax-Europa), diesmal gegen Rechts, gefreut. Aber bis jetzt sind wir eher enttäuscht. Denn, wie der Bürger-Herold aus der Schweiz heute schreibt:

Udo Ulfkotte hat einem Bericht zufolge vor einem unkritischen Publikum gesprochen - Klientel bedient

Unkritisches Publikum

[..] Gemäss Bericht von Online Reports trug Udo Ulfkotte seinen Wirrwarr in Liestal (Baselland/Schweiz) vor. Fazit: Der Berichterstatter hat ein unkritisches Publikum vorgefunden. Doch zu ein paar persönlichen Bemerkungen hat es Beat Stauffer von “Online Reports” gebracht:

[…] Der streitbare Publizist, der klar im rechten Spektrum einzuordnen ist und dem beste Beziehungen zu Geheimdienstkreisen nachgesagt werden, gab auch offen zu erkennen, dass er die Volksinitiative gegen den Bau von Minaretten ausdrücklich unterstützt […]

(Die Auszeichnung in Fett im Zitat stammt vom “Bürger-Herold”.) Mit anderen Worten: Ulfkotte mischt sich in schweizerische Angelegenheiten ein, was wohl auch der Sinn seiner Vortragsreise ist, zumals die SVP zu den grossen Unterstützern dieser Volksinitiative gehört.

Klientel bedient

In diesem Zusammenhang sei noch auf den Bericht des Schweizer Fernsehens hingewiesen, demzufolge eine überwiegende Mehrheit der Nationalratskandidaten (Wahlen im Oktober) mit der Initiative nichts am Hut haben wollen. Neu ist jedenfalls, dass sich Ulfkotte laut “Online Reports” an der Gründung des Vereins “Pro Cultura Helvetica” mit Sitz in Liestal beteiligen wolle.

Weiter heisst es im Bericht:

[…] Höchst problematisch wirken aber in der Tat die Thesen, die der Autor auf der Basis dieser Fakten konstruiert und diese Folgerungen, die er daraus zieht. So nimmt Ulfkotte zwar islamistische Aktivisten ins Visier, übersieht aber, dass die überwiegende Mehrheit der hier lebenden Muslime in ihrer Lebenspraxis schon stark von Europa geprägt sind. […]

Wenn Stephen Gash recht hat, dann wird bald die ganze schweizerische Volksinitiative gegen Moscheebau vom Zauberlehrling Ulfkotte auch noch ins Reich des Lächerlichen zurückgewiesen. Aufpassen, SVP-Schweizer!

Im obwaldner blog (ebenfalls aus der Schweiz, verwendet keinen majuskel) wird schon gegen Ulfkotte gewarnt:
auch unterstützung erhält die svp durch ulrich schlüers antiminarett mitkämpfer udo ulfkotte, der sich zurzeit krampfhaft von seinen rechtsextremen kameraden loszusagen versucht. ulfkotte der auch initiant von pax-europa ist, wird zusammen mit ulrich schlüer und einigen jsvp kandidaten auf schweizer tour gehen um für die antiminarett initiative und die svp ausländer"politik" stimmung zu machen.


Ich habe meinen Freund, den praktischen Psychologen Toto le Psycho (Pseudonym) aus Brüssel zu Rate gezogen, um das Benehmen des Dr. Ulfkotte pathologisch zu deuten, weil ich kein Vernunft mehr zu entdecken vermochte in seinem Handeln.

Das Ganze seiner vorläufigen Analyse, wird bald in seinem französischen Blog bei der Tageszeitung "Le Monde" veröffentlicht. Er hat mir gestattet, daraus jetzt schon Folgendes zu entnehmen:
[..] Man könnte Ulfkottes Buch des Jahres 2001 [Gencode-J, HR] so deuten, als wäre es eine Einladung an den Lesern, um sich den Autor als Retter der Menschheit anzunehmen. Gegen nicht-bestehenden düsteren Mächten (in diesem Falle die israelischen Geheimdiensten und ihren angeblichen Verschwörungen gegen allen Nicht-Kohanim) hülfe nur die Vermittlung durch einen Propheten, der sich selbst ausgibt als Eingeweihter in den Geheimnissen des Teufels und, folgerichtig, in den Gegenbestimmungen Gottes.
[..] Eine Niederlage, wie ihm in Brüssel am 11. September geschehen ist, kann er einfach nicht mit seiner Lebensmission in Übereinstimmung bringen. Verdrängung ist dann die einzige Lösung die ihm in seiner Pathologie offensteht. Tragisch möchte ich es bewerten, dass er dann handelt, als ob die ganze Welt das Geschehene auch verdringen sollte. Was selbstverständlich nicht der Fall ist.

Sein Geständniss (am 7. September), dass er "Fehler" gemacht habe, indem er mit Neonazis und Rechtsextremisten paktierte, "wie es die ganze Welt (inklusive seiner Vorfahren in der Nazi-Zeit) auch ja täglich passiert sei", sollte denn auch nicht als Entschuldigung, jedoch als ersten Angriff auf seinen Gegnern, den Ungläubigen, verstanden werden. Denn er wird ausserordentlich irritiert, wenn man ihn an seinen verdrungenen Fehlschlagen erinnert.

"Derjenige der ohne Sünden (Fehlern) sei, werfe den ersten Stein", so kann er gedacht haben. Propheten wie Jesus und Mohammed sind ja auch nicht fehlerlos gewesen. Nur wer sich in der Aktion begibt, und nicht lahm zur Seite stehenbleibt, könnte, und dürfe, auch Fehler begehen. Die Aussenseiter hätten, so denkt er, kein Recht zur Kritik.

Eine sehr ausgesprochene Art der Verdrängung ist eine plötzliche geographische Überwechslung. Es hat den Anschein, dass der Mann die schweizer Gelegenheit angefasst hätte, um sich vom Ort der Erniedrigung zu entfernen.

Unbewusst, möchte er sich Jesus (der von Galilea nach Jerusalem ging) und, pikanterweise (wenn ich mich das erlauben darf), auch Mohammed (der von Medina nach Mekka überwechselte) als Vorbilder angenommen haben, indem er aus Deutschland nach die Schweiz flüchtete. Unnötig zu bestätigen, dass es sich hier beim Dr. Ulfkotte um einen ernsthaften Falle der Grossenwahn handeln könnte. [..]
Ich betrachte die oben gegebene Einsicht eines bekannten polit-psychopathie-Experten als sehr wertvoll. Ich möchte aber auch benachdrücken, dass es sich hier nur um eine vorläufige Meinung handelt. Es gibt ja noch Ansätze für eine weitere Diagnostik, in der eine Verknüpfung von mehreren Pathologien sichtlich werden könnte.

Aber was ich heute schreiben musste, ist schon peinlich genug.

Vlaams-Belang-Führer Debie hatte vielleicht (ausnahmsweise) recht, als er in seinem Blog den Herrn Ulfkotte beschrieb als einen "rare man" ('sonderbaren Mann'), indem er U.'s Aufschneiderei mit seinen angeblichen BND-verbindungen, seinen angeblichen 20.000 anti-Eurabien-Unterzeichnungen und seinen angeblichen 240.000 Dollars (aber kein Geld für einen Flug Frankfurt-Brüssel), anprangerte.
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