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29 August, 2008

Ulfkotte zeigt nochmals seine Unkenntniss

Gestern veröffentlichte Die Welt (Debatte) Folgendes:
Gastkommentar

Dulden wir die Islamisierung Europas?

(539)

Von Udo Ulfkotte


28. August 2008, 06:45 Uhr


Vor wenigen Tagen wurde in Ingelheim eine neue Moschee eingeweiht. Bundestagsabgeordnete und Kirchen applaudierten bei der offiziellen Festveranstaltung. Daran merkt man, wie gering die Kenntnisse über den islamischen Kulturkreis auch nach Jahrzehnten der Zuwanderung inmitten Europas noch sind.Die in Ingelheim frisch eingeweihte und von Politikern und Kirchenvertretern euphorisch gefeierte Moschee heißt „Fatih-Sultan-Moschee“. Der Name ist wohl nicht „zufällig“ gewählt.

Der türkische Sultan Mehmet II. trug den Beinamen „Fatih“ („der Eroberer“). Im Jahre 1453 hat dieser Christenhasser das bis dahin christliche Konstantinopel überrannt, alle Christen zusammentreiben, pfählen und köpfen lassen. Er zerstörte das christliche Byzantinische Reich. Das von ihm angeordnete Blutbad war grauenvoll.

Udo hat sich wieder einmal geirrt. Der Sultan Mehmet II war ein echter Renaissance-Fürst. Er hat nicht, wie die Kreuzfahrer im Jahre 1204, die Stadt geplündert, sondern de Christen in Ruhe gelassen, wie die Juden und anderen Einwohner der Hauptstadt des christlichen Ostens. Ulfkotte wird sich nicht entschüldigen. Er verwendet die Lüge wie er es andern Journalisten ("So lügen Journalisten", 2000) nachgetragen hat.

Ulfkotte hat bei der "Welt" Raum bekommen, um sein neues Buch, das (mit Verspätung) am 1. September erscheinen soll, zu vermarkten. Das Buch soll heissen::
„SOS Abendland – Die schleichende Islamisierung Europas“. Die erst gewählte Titel war: "Europa kapituliert vor dem Islam", aber das war zuviel wie Broders "Hurra wir kapitulieren!". Islambasher unter einander...

Wie mehrere Kommentatoren in der Debatte gesagt haben, ist es skandalös, dass "Die Welt" dem Ulfkotte veranlasst hat seinen Lügen und Panikerregenden Erörterungen zu veröffentlichen.

Weil Ulfkotte schon in diesem Artikel seinen irrsinnigen Behauptungen über Brüssel wiederholt (die wir schon öfters wiederlegt haben), fürchten wir, dass dieselbe auch im Buche wiederholt werden. Es ist an der Zeit, dass europäische Aktore den Mann ins Visier nehmen und ihn zur Rechenschaft tragen.

Wir werden das Unsrige dazu beitragen.

08 Januar, 2008

Ulfkotte über den Niederlanden: 4 Entstellungen in 5 Zentimeter Text ...


5 oder 6 Januar, (denn Ulfkotte datiert seinen Artikel in Akte Islam noch immer nicht, vielleicht, weil er doch immer dasselbe schreibt), gestern oder vorgestern also, unterstrich der Nicht-Islamofob mal, dass er nun endlich "allerdings etwas Wahres" zu erzählen hatte:

Dr. Udo Ulfkotte in Akte Islam, 5 oder 6 Januar 2008

Hier hat Ulfkotte es geschafft, um vier Entstellungen in fünf Zentimeter Text zu verarbeiten.
  1. Die Islamdemokraten (ID) haben NICHT "viel Aufmerksamkeit unter Muslimen gefunden" bei den Parlamentswahlen im November 2006. Die ID haben nur etwa 0.25 % der Stimmabgaben erworben. Ich habe verschiedenen Interviews mit den wichtichsten ID-Kandidaten in Zeitungen und im Rundfunk gesehen und gehört. Die Interviewer waren keine Muslime.
  2. Auf dem Bild zeigt Ahmed Aboutaleb NICHT einen marokkanischen-, sondern seinen niederländischen Pass.
  3. Aboutaleb ist nicht "Sozialminister", sondern Staatssekretär im haager Ministerium der Sozialen Angelegenheiten und Arbeitsbeschaffung unter dem christdemokratischen Minister Donner.
  4. Dr. Jur. Nebahat Albayrak ist auch keine "Justizministerin", sondern Staatssekretärin im Justizministerium unter dem christdemokratischen Minister E.M.H. Hirsch Ballin, der ein praktisierdender Katholik (teils) jüdischer herkunft ist.
Der Text enthält die Suggestion, dass Aboutaleb und Albayrak Mitglieder der Islamdemokraten seien. Beide sind aber altbekannte Sozialdemokraten.

Nebahat Albayrak ist keine praktizierende Muslimin, sondern gehört eher der laizistischen kemalistischen Tradition des Mutterlandes ihrer Eltern an. Sie war seit 2002 Parlamentsmitglied und Vize-Fraktionsvorsitzerin der Sozialdemokraten (PvdA). Als Staatsekretärin für Fluchtlings- und Immigrations-Angelegenheiten, führt sie seit 2006 fast reibungslos die stenge niederländischen Gesetze und Vorschriften in ihrem ressort durch.

Ahmed Aboutaleb war Spitzenbeamter in Amsterdam und wurde dort in 2003 zum Senator für Unterrichts- und Arbeits-Angelegenheiten gewählt. Er arbeitete eng zusammen mit dem amsterdamer Bürgermeister Job Cohen. Beide wurden 2. November 2004 von dem Mörder Theo Van Goghs, zusammen mit Hirsi Ali und Geert Wilders, mit dem Tode bedroht in einem Briefe, den er mit einem Messer am Leichnam des Opfers haftete. Seitdem steht Aboutaleb, wie Wilders und Hirsi Ali, unter besonderem Personenschütz. Aboutaleb ist praktizierender Muslim, und sprach in vielen amsterdamer Moscheen gegen den Extremismus.

Doppelstaatsangehörigkeit besteht, soviel ich weiss, auch in Deutschland. In den Niederlanden hat, zum Beispiel, die Königin auch einen britischen Pass. Menschen jüdischer Abstammung haben immer mindestens einen virtuellen israelischen Pass in der Innentasche, den sie nimmer loswerden können.

Persönlich, ärgere ich mich noch am Meisten an den klammheimlichen Unterlassungen und Suggestionen die Ulfkotte in so wenig Text zusammen zu bringen weiss. Aber, wenn wir um ein unumgängliches, beinahe physisches, Beispiel von Ulfkottes Verblendung bemüht sind, dann ist es wohl der Reisepass.

Jemand, der, wie Ulfkotte, unaufhörlich auf Reisen ist, und manche Stunde in den Wartesaalen der Flugplätzen verbringt, der muss doch das EU-Modell der nationalen Reisepässen kennen? Hat er nie neben einen Holländer bei der Grenzkontrolle gestanden und das niederländische nationale Wappen gesehen, wie es seit Jahren auf den holländischen Reisepässen gedruckt ist?

Ist es Geringschätzung? Geringschätzung seiner Lesern? Und Geringschätzung von Ausländern? Schon 24 Tagen verweigert er es, seinen Entstellungen über Brüssel zu korrigieren. Ich werde auch diesen Posten an ihm senden sodass er eine Korrektur durchführen kann.

Die deutsche Justiz, die sich Ende Februar in Frankfurt wieder mit Ulfkottes Prozedüren gegen den Bloggern beschäftigen wird, wird von Ulfkottes Verhalten in Akte Islam nicht zu Gunsten des Klagers beeindrückt sein.

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15 September, 2007

Deutschland unter Druck um bei Iran-Angriff und Afghanistan-Antiterror mitzumachen

Aus "huibslog Journal", 14.9.07:

Deutschland wird im Moment vom Sarkozy-Frankreich und seinem ex-sozialdemokratischen Aussenminister Kouchner, angestachelt, um sein Vorsicht jegen dem Iran und der Afghanistan-Einsatz fallenzulassen. Es ist noch nicht so weit, aber die zurückhaltende Politik Deutschlands, ist schwer gefährdet. Le Monde von heute warnt [FR] gegen neuen Irak-artigen Abenteuern:

Nicolas Sarkozy durcit la politique française envers l'Iran. Le chef de l'Etat s'efforce de convaincre les pays européens, Allemagne en tête, d'adopter des sanctions accrues contre Téhéran, hors du cadre du Conseil de sécurité de l'ONU, qui a adopté deux volets de sanctions en décembre 2006 et mars 2007. Déjà, le 27 août, dans son premier discours de politique étrangère, il avait donné l'impression que Paris remplaçait le dialogue par la menace, en indiquant que si les Iraniens ne suspendaient pas, comme le réclame la communauté internationale, leurs activités d'enrichissement d'uranium, il ne resterait qu'"une alternative catastrophique : la bombe iranienne ou le bombardement de l'Iran".

Frankreich braucht Dauerverbündete Deutschland für eine derartigen Wendung in der EU-Politik. Jüngstens hat Sarkozy Angela Merkel dazu aufgerufen während einer heissen Debatte im deutsch-französichem Gipfeltreffen. Auch die zurückhaltende Politik Deutschlands in Afghanistan steht seit langem unter Drück der Amerikaner und jetzt auch der Briten und der Franzosen.

Jeder weiss aber, dass, ohen einem Krieg gegen das millionenstarke Iran, dessen Aufbau eines Nuklearpotentials unvermeidlich ist. Solang Israel und Pakistan (und, virtuellermassen: die Türkei) in der Region über Nuklearwaffen verfügen können, wird Iran (und nicht nur Iran) auch das Besitz von einer nationalen nukleären garantie nachstreben.

Der vorige Präsident Frankreichs, Chirac, hat, vorsätzlich oder nicht, in einem undiplomatischem Augenblick in Februar, die nackte Wahrheit ausgesagt: Ein nukleäres Gleichgewicht zwischen den grösseren Machten im nahen Osten würde vielleicht besser für frieden und Sicherheit sein, als der gegenwärtige Zustand. Einer Nuklearmacht kann sich ja keine Abenteuer mehr erlauben: Atomäre Gegenschlag ist garantiert. Ein Gefühl bedeutend grösserer Sicherheit gegen äusseren Angriffen wird besanftigend auswirken auf internationalen Ambitionen und die Aufmerksamkeit auf inneren Entwicklungen richten. (Mein Bericht darüber [FR]: La bombe iranienne: Et si M. Chirac avait raison? in L'Europe Chez Soi).

Sarkozy und Kouchner wissen das zweifellos auch. Es handelt sich, m.E., nur um eine (sei es gefährliche) taktische Manoeuvre um die Amerikaner von weiteren Benachteiligung der EU mittels Firmenboikotts abzuhalten.

01 Juni, 2007

Ajaan Hirsi Ali plädiert für einen Präventivputsch der türkischen Armee (3)


Bigberta im Netz übersetzte meine höllandisch geschriebene Text zu Hirsi Ali und ihre Anregungen zu neokonservative Machtpolitik gegen Alles was nach Islam riecht. Jetzt ist das dritte und letzte Teil fertig. Wir drücken es, mit einigen wenigen Klarstellungen, hier ab.

Es folgt erst BB's Einleitung, mit Ausnahme der Passage zu der "Collapse of Europe". Auf diesem neokonservativen Unternehmen in Florida kommen wir hier später noch zurück.

Aus der Reihe "Was macht eigentlich..."

Ayaan Hirsi Ali - Zwischenspiel, 3. Akt und Epilog

So, jetzt habe ich endlich mal zeitgerecht den dritten Teil von Huibs Artikel fertigübersetzt, gerade zeitgerecht, dass alle drei Teile im 3. Blogkarneval deutschsprachiger Muslime erscheint.Betreut wird er dieses Jahr von Too much cookies.
Deswegen hier auch noch mal die Links zu Teil 1, dem Teil 2, der verbrannten Erde in den Niederlanden,, hier einige niederländische Stimmen. Im Watchblog haben wir uns ihrem Neocon-Umfeld am American Enterprise Institute gewidmet.
Da es mittlerweile Kritik gegeben hat und die Vermutung, wir zögen gegen die Person Hirsi Ali zu Felde, noch mal eine Klarstellung: die Person als Person ist herzlich egal, es geht um den Prototyp der "islamkritischen Schleierliteratin", hier in Deutschland im gleichen Umfeld durch Kelek, Ates, Cileli etc repräsentiert. Da ich jetzt diese Themen im "Watchblog" weiter bearbeite, kann ich versprechen, daß von mir oder von Anderen sicherlich darüber noch mehr erscheinen wird, zumal es hier nicht unerhebliche Schnittmengen zu den immer unappetitlicher werdenden Neocons gibt[..]
(Übersetzung meines Artikels, Teil 3 und Schluss):

Doppelbild: Rechts Ajaan in somalischen Outfit. Standort wahrscheinlich die niederländische Dünen in der nachbarschaft ihres damaligen Wohnsitzes im Haag (2005).

Ayaan, der internationale Aussenbordmotor des somalischen Darod-Clans

Meines Wissens ist sie noch nie in der Türkei gewesen. Das einzige, was sie weiss, sind die Dogmen über den Islam, die man ihr in Nairobi und während ihres kurzen Verbleibs in Saudi-Arabien aufgedrängt hat. Ich komme mehr und mehr zu der Überzeugung, daß sie, als eine Art Außenbordmotor ihres somalischen Darod-Clans, Amerika und Europa mobilisieren möchte, um deren Ambitionen am Horn von Afrika zu unterstützen. Alle Mittel sind da für sie zulässig: Islamischer Fundamentalismus (Nairobi 1989 bis 1994), Sozialdemokratie (Niederlande 1994 bis 2002), Liberalismus (2002 bis 2006), und nun: militärischer "Regime-Change" (Washington, 2006->...).

Die Unterscheidung zwischen Rechtspflege/Staatsfunktionen in der Dawa
Zweitens und schlußendlich muß - so sagt sie - eine Unterscheidung gemacht werden zwischen der "Volksbewegung" von Muslimen, die durch ihre Art zu leben und die Armen zu unterstützen ein gutes Vorbild sind, andererseits:
Die dritte Säule ist die Kontrolle zweier Arten von Organen in einer Demokratie, jene der Information (Bildung und Medien) und solche der Sicherheit und Ordnung (Polizei, Justiz und Geheimdienste). In anderen Worten: die Islamisten kontrollieren die Informationen, die du kriegst, und haben die Macht, dich zum Schweigen zu bringen.
Sie negiert vollkommen, daß es in der langen Geschichte des Islam darüber viele Diskussion gab, und dass sich im Lauf des 19. Jahrhunderts die Auffassung durchsetzte, der Staat solle sich ausschließlich mit den ersteren Aufgaben beschäftigen, nämlich Bildung und Medien, aber auch, wie sie vergisst zu vermelden, mit Staatsrecht und Gesetz.
In den meisten Ländern, wie Libanon, Ägypten und Algerien geschieht das in einer Symbiose zwischen Staatsbürgerkunde, Staats- und säkularen Medien. Genau, wie zum Beispiel in den Niederlanden mit ihren konfessionellen Schulen, Zeitungen und Medienorganisationen.

Was ist der Unterschied zwischen Religionsunterricht und "faith-based charities"?
Mit Ausnahme von Saudi-Arabien, einer Theokratie, hält sich der sunnitische islam von Staatsämtern fern. Somit handeln die Muslime hier als gehorsame Staatsbürger nach dem Pauluswort: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist.
Sogar die "Islamischen Gerichte" in Mogadischu sahen sich lediglich als diejenigen, die zeitgebunden ein Vakuum füllten, das durch die weltliche Macht verursacht worden war und mit der Rückkehr dieser Macht verschwinden würde.
Und bei den Shi'iten sind es ausschließlich diejenigen, die Khomeini folgen, die dafür gesorgt haben, daß im Iran Polizei, Justiz und Geheimdienste unter die strikte Aufsicht der Mullahs gestellt wurden.
So untersagt die Irakische Shi'a, unter der Leitung von Ayatollah al-Sistani, der sich bereits 1979 in dieser Frage von Khomeini abgesetzt hat, ihren Würdenträgern das Bekleiden von politischen und Richterämtern.

Selbst SCIRI (Shi'iten) im Irak verlassen die "Rechtspflege"
Ein wirklicher Islam-Fachmann, Professor Juan Cole aus Michigan, schreibt dazu in seinem blog Informed Comment:

Der hohe Rat der islamischen Revolution hielt seine jährliche Zusammenkunft ab und Maryam Karouni von Reuters schreibt:

This change has ideological consequences. Allegiance to Khamenei implies acceptance of the Khomeinist doctrine of Vilayat-i Faqih or the Guardianship of the Jurisprudent. It holds that political power should be held by a top theocrat. SCIRI's links to Khamenei also implied that the Jurisprudent's authority is transnational, reaching from Iran to Shiites in other countries, such as Iraq. But most Iraqi Shiites reject the Guardianship of the Jurisprudent, and even those who accept some version of it for the most part reject the idea that Khamenei has authority outside Iran.
Sistani rejects the Guardianship of the Jurisprudent in politics and government, but accepts it with regard to what he calls "the structure of society." That is why he intervened on matters such as whether Iraq would have one person, one vote elections, who would write its constitution, and whether the constitution would uphold Islamic law. But unlike Khamenei, Sistani has not the slightest interest in holding an official government position, much less ultimately being in charge of trash collection.

Die "Herrschaft des Rechtsgelehrten" (vilayat e-Faqih) wird somit selbst von eine so stark durch den Iran inspirierten (und finanzierten) Gruppierung wie SCIRI (dominierende Partei innerhalb der dominierenden shi'itisch-irakischen Mehrheitskoalition) zurückgewiesen.
Anti-Islamische Fundamentalisten wie Hirsi Ali können somit sicher sein, daß die Volkspartei von Erbakan in einer Türkei, in der von einer solchen Herrschaft noch niemals die Rede gewesen ist, ihre Finger von der Unabhängigkeit der Justiz lassen werden.

Hirsi Ali als freiwilliger "Nützlicher Idiot"
Hirsi Ali weiß nicht nur nichts oder wenig über die Türkei, sondern scheint - gelinde gesagt - auch nicht auf der Höhe liberal-islamischen Denkens über diese Themen zu sein.
Daß ihr in der "Welt" ein Forum geboten wird und auch sonst ihre Hetzartikel mit höchstens mild-kritischen Kommentaren überall übernommen werden, sagt viel aus über das heutige Klima in Europa und den USA. Jeder hat seine eigenen opportunistischen Überlegungen, um, aus sicherer Entfernung und unter meist verschiedenen Vermummungen bei der xenophoben Hetze mitzumachen.

Populistische und Opportunistische Machenschaften, die sich der Xenophobie bedienen
Zum Beispiel Sarkozy(*). Champion im Kampf gegen eine EU-Mitgliedschaft der Türkei. Motiv: "Die Türkei liegt in Asien." Aber ich will Gift drauf nehmen, daß, sobald sich die Maghreb-Staaten (**) [sich der europäischen Union zuwenden würden], solche Rechnungen plötzlich nicht mehr aufgehen. Übrigens: liegt Zypern eigentlich in Europa oder nur der griechische Teil davon? Und wie ist es mit Guadeloupe, den Kanarischen Inseln, Französisch Guayana?
oder zum Beispiel die Vereinigten Staaten. Der Islam-Hintergrund der Türkei war innerhalb des transatlantischen Bündnisses noch nie ein Problem. Jedenfalls so lange nicht, bis die Türkei 2003 den US-Bodentruppen den Durchmarsch in den Irak verweigerte. Nun wird [von bestimmten Kreisen in den USA, ich würde fast sagen:] "Dawa"-mässig nach einem miltärischen "Regime-Change" gestrebt, der am besten durch die EU gedeckt wird. Insofern ist Hirsi Ali mit dem Pentagon und dem State Department völlig einig.
Das Bush-Regime, das aus der Sozialarbeit der "Islamischen Gerichte" ein Hauptproblem macht, verweigert der Türkei das Recht, einen gläubigen Präsidenten demokratisch zu wählen.

Nein, Hirsi Ali ist keine Jeanne d'Arc, höchstens eine Mata Hari, doch viel wetterwendischer und schl[au]er.

(*)Vor der Wahl. Ob er das jetzt, als gewählter französischer Präsident noch durchzieht, bleibt abzuwarten.BB
(**)die als erweiterter französischer Wirtschaftsraum betrachtet werden können.BB

18 Mai, 2007

Ajaan Hirsi Ali plädiert für einen Präventivputsch in der Türkei (2)

Hier folgt das 2e und letzte Teil der Übersetzung der BigBerta meines Artikels zu Hirsi Alis Kommentar in der "Welt" (9.5.07) über das ihretwegen notwendige Eingreifen des türkischen Militärs im Lande. Nochmals viel Dank, BB! Es war nicht immer unschwierig um mit meinen Referenzen zu niederländischen Diskussionen auszukommen :-).

Hier noch mal der Direktklick zu Huibs Artikel (in 'In Europa zu Hause'). und hier der Direktklick zur "Welt".

Sind die Türkischen "Säkularen" denn überhaupt "liberal"?

Etwas anderes lässt sie in ihrem Bericht ebenfalls aus: die nicht-liberalen Säkularisten. Eine liberale türkische Partei ist mir nicht bekannt (sie meint doch nicht etwa verschiedene konservative und nationalistische???), wohl aber eine große sozialdemokratische.
Sehen wir uns nun die Demonstrationen gegen einen muslimischen Präsidenten in den großen türkischen Städten (Istanbul, Ankara, Izmir) genau an, so finden wir dort niemanden aber auch wirklich niemanden, der, wie Ali, einen Staatsstreich fordert. Man will lediglich - und das mit Recht - nicht zu "islamischen" Verhaltensweisen gezwungen werden.

Aber Hirsi Ali geht es nicht um die Menschen, jene Menschen, die sie auch in den Niederlanden schon so hochnäsig ignorierte. Sie erwartet alles Heil von den (unsichtbaren) Liberalen:
Im Nachhinein können die säkularen Liberalen die Schuld nur bei sich selbst suchen. Sie haben die Macht der Dawa unterschätzt, in der Wirtschaftspolitik versagt und die Manipulation von EU-Mitgliedern nicht als Taktik erkannt, die dazu diente, die Kontrolle über Armee und Verfassungsgericht zu erlangen.
Sofern ich Hirsi Ali richtig verstehe, gelten die Vorschriften derPropheten buchstabengenau für alle Gläubigen. Und im Falle des Islam sind sie einfach nur pervers. Atatürk ist für sie eine Art weltlicher Muhammad - pardon: Er gab ihnen das Militär als weltlichen Hüter (wie sie sagt), genauso "Hüter" wie die Iranischen Hüter der islamischen Republik. Warum folgen die Türken ihrer Armee nicht? Ayaan kapiert's nicht.

Demokratie ist nicht liberal, wenn es um den Islam geht
Liberale müssen flexibel sein:

Istanbul muss die Freiheit des Individuums schützen.(*1)
Ein wichtiges Merkmal des Liberalismus jedoch ist, aus Fehlern zu lernen. Dass die säkularen Liberalen in der Türkei geirrt haben, bedeutet nicht, dass sie nicht erneut versuchen könnten, Atatürks Erbe zu bewahren und der Türkei eine Zukunft auf der Basis westlicher Werte zu ermöglichen...Ebenso müssen sie die EU-Führer davon überzeugen, dass Armee und Verfassungsgericht in der Türkei nicht allein Land und Verfassung verteidigen, sondern auch dazu geschaffen wurden, die türkische Demokratie vor dem Islam zu schützen

Eine seltsame "liberale" Auffassung von dem, was ein Verfassungsgericht ist. Hat sie etwa als Modell hierfür im Kopf, wie Präsident Bush 2002 durch das höchste US-Gericht trotz eines zweifelhaften Wahlergebnisses zum Sieger ernannt wurde? Es steht zu befürchten.

Die politische Trias Legislative=Parlament, Exekutive=Regierung und Jurisdiktion=Gerichte, wie sie im 18. Jahrhundert konzipiert worden ist (*2), geht von einem fortwährenden Gleichgewicht und Dialog zwischen den dreien aus, wodurch mal sowohl die Demokratie verstärkt als auch einer Dominanz einer der drei Kräfte zuvor kommt. Da soll uns die Edmund-Burke-Stiftung(*3) doch mal erklären, wieso ein Verfassungsgericht die Streitkräfte einschalten darf um die beiden anderen Teile dieser Trias mundtot zu machen.

Ja, ist die EU denn an Ali's Interpretation von "liberal" gebunden?
Obendrein mag die Europäische Kommission zwar stark am Konzept der sozialen Marktwirtschaft hängen, aber warum sollten ihre Mitglieder denn plötzlich "Liberale" sein? Barroso, der Vorsitzende, ist Christdemokrat, der größte Verfechter eines laisser-faire ist der Brite - und der ist Labour-Mitglied. Der Kommissar für Justiz ist Italiener und konservativ-katholisch. Selbst Fukuyama, der 1991 im Licht des globalen Sieges der liberalen Demokratie"Das Ende der Geschichte" ankündigte, hat sich bereits von diesem sonnigen Standpunkt verabschiedet (2004 in einem Gastkommentar in der New York Times). Es scheint so, als glaubte alleine Hirsi Ali daran, mit einem Eifer, der eines Muslim-Fundamentalisten würdig ist.

Von der Türkei weiß Hirsi Ali wenig oder nichts
Schlußendlich noch zwei Dinge. Das erste ist: die Türkei. Hirsi Ali kennt die Türkei nicht. Weiß wenig oder nichts von ihrer Geschichte. Der Türkische Islam ist niemals der Islam der saudischen Wahhabiten gewesen. Christen und Juden haben im Osmanischen Reich jahrhundertelang Zuflucht gefunden. Beim Untergang des Sultanats, am Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, sind schlimme Dinge passiert. Dinge, mindestens ebenso schlimm wie die Ausrottung der Indianer durch die Yankees, das Aushungern Indiens durch die Engländer ebenso wie die sogenannten "Polizeiaktionen" der Niederländer in Indien oder der Völkermord an einer Million Algerier durch Frankreich in den Jahren 1952 bis 1962.
Das Land ist ein Teil des Europäischen Wirtschaftsraums. "Kleinasien" ist das "Asia" der klassischen Griechen, das einen Teil ihrer kulturellen, später hellenistischen, Sphäre ausmachte. Paulus bekehrte hier die ersten Heiden zu christen und wandte seine eigene Dawa an: "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist," so sprach er über das Bezahlen von Steuern mit römischen Münzen und fuhr indessen erfolgreich mit dem Evangelisieren fort.
Wer, so wie ich, in der Türkei umherreist, begegnet einem Volk oder Völkern, (denn dort gibt es auch Kurden, Armenier, Tschetschenen), die sich fühlen als ein Teil der "westlichen Welt", doch mit ihrem eigenen Charakter. Genausowenig wir Albaner, Kosovaren oder Bosnier lassen die wenigsten von ihnen sich durch Fanatismus oder Fundamentalismus verführen.
"Schnee" von Orhan Pamuk beschreibt einen Fall von religiösem Radikalismus in der Provinz (und warnt gleichzeitig davor).
Die Veranwortung für das Auftreten des Mörders des armenischen Nationalisten Dink liegt so wenig bei der türkischen Regierung, wie diejenige für Muhammad B. bei der niederländischen - oder diejenige für die vier Terroristen 2004 in London bei der britischen.
Fortsetzung folgt
________________________________________________________________________________________
(*1)Istanbul???? Offenbar hält unsere Vordenkerin Istanbul für die Hauptstadt der Türkei...Einfach nur stark!!! Die sich dahinter manifestierenden Geometrie- äh, Geographiekenntnisse hat Sahin "Ed" Karanlik im Kommentarbereich auf den Punkt gebracht:
Mir ist schon klar, dass Ankara die Hauptstadt der Türkei ist. Nur unsere Türkei-Expertin Hirsi Ali ist anderer Meinung. Sie faselt etwas von "Istanbul muss die Freiheit des Individuums schützen"
Der Rest des Artikels ist nur ein Zusammenwürfeln von Schlagzeilen, die sie aus Google-News gefischt hat.
Wundert mich, dass sie überhaupt Zeit hat, für die WELT Artikel zu verfassen. Sie müsste doch auf der Suche nach dem Weissen Haus in New York genug ausgelastet sein.

(*2) Im Zeitalter der Aufklärung und als Element derselben, sollte man eigentlich wissen, wenn man das Wort so penetrant vor sich herträgt...A.d.Ü
(*3)Konservativer niederländischer Thinktank, der sich u.a. den Kampf gegen "Denkverbote" in der Politik verschrieben hat. Ihm stehen u.a. Leon de Winter und Geert Wilders nahe.

17 Mai, 2007

Ayaan Hirsi Ali plädiert für einen Präventivputsch des türkischen Militärs


Wie würde es sein mit ..... Ajaan Hirsi Ali?

Sie war in den letzten Monaten ungewöhnlich still und das ließ diese Frage stets dringender werden. Seit dem 9. Mai wissen wir wieder Bescheid, was sie so treibt.

(Co-Bloggerin BigBerta aus Bayern übersetzte mein Artikel in "De Lage Landen" und in "In Europa Thuis". Hier folgt Teil 1. dieser Übersetzung. Mit Dank, BB!)

Das seriöse deutsche Blatt "Die Welt" publizierte in seiner Online-Ausgabe einen neuen, brisanten Artikel der gekäfigten Jungfrau mit dem Titel: Glaubenskrieg: wie Islamisten die Herzen der Türken erobern. Am 10. Mai erschien die niederländische Übersetzung im nrc-handelsblad, unter dem etwas zahmeren Titel: Leger behoedt Turkije voor islamisering - die Armee beschützt die Türkei vor der Islamisierung. Inhalt und Tendenz sind jedoch in beidern Versionen gleich:
Dawa
Islamexpertin Hirsi Ali erklärt mit kaum bezwungener Ungeduld (oder ist es Verachtung?), daß die durch die Regierung Erdogan, die seit 2004 im Amt ist, auf den Weg gebrachte
  • Modernisierung,
  • Demokratisierung,
  • Förderung der Rechtsstaatlichkeit
  • (einschließlich Kampf gegen Korruption)
  • und das Streben nach Erfüllung der Aufnahmebedingungen für die Europäische Union
nichts anderes ist als Dawa. Und das ist, so erklärt sie uns, schon wieder eine dieser perversen Mohammed-Methoden, die dessen Anhänger benutzen "müssen", um durch's Hintertürchen die Macht zu erobern.
So höret, Freunde, wie durchtrieben und kriminell die Islam-Anhänger zu Werke gehen:
(Anmerkung von Huib: Hirsi Ali nennt sie alle "Islamisten", denn, so erklärte sie im vergangenen Jahr in der christlich-fundamentalistischen "Trouw", selbst - oder gerade! - emanzipierte Muslime, stehen im kurzen Hemd da, sobald ihnen Söhne geboren werden und werden dann zu Fundamentalisten und somit zu Terroristen. Davor kann man nicht genug warnen...)
So erklärt Hirsi Ali in der "Welt" mal eben was Dawa ist:
(Die Islam-Partei folgt der) Dawa, eine Taktik, die von Mohammed, dem Stifter der islamischen Religion, inspiriert ist. Dawa bedeutet schlicht, den Islam voller Überzeugung als Lebensform zu predigen, die Regierungsform inbegriffen. Alle Bekehrten sind verpflichtet, hinaus in die Welt zu gehen und anderen zu predigen. So entsteht eine Volksbewegung, die die Herzen und Köpfe der Wählerschaft gewinnt.
und weiter:
Die zweite Säule ist die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation. Als die säkularen Parteien an der Macht waren, lag die türkische Wirtschaft unbestreitbar in Trümmern. Seit Erdogan im Amt ist, sind Wirtschaftswachstum und Investitionsraten hoch, die Inflation ist niedrig,

Gott, wie schrecklich!
Jeder, der zum Islam bekehrt ist, strebt danach, durch seine Lebensweise ein gutes Vorbild zu sein. Wir können uns nur schwerlich etwas vorstellen, das undemokratischer und perverser ist!

Hetze
Wie gut, daß Hirsi Ali bei all der Anti-Terror-Arbeit im Neocon-American Enterprise-Institute in Washington noch die Zeit findet, diese terroristische Taktik der Zusammenarbeit des "guten Vorbild Gebens", des "zu seinen Überzeugungen stehen" und der ""Förderung des wirtschaftlichen Fortschritts" zu enthüllen!
Daß wir es mit richtigen Islamisten zu tun haben, sieht man schon daran, daß sie niemandem mit Gewalt Islam und Kopftuch aufzwingen, weiter aus der Tatsache, daß eine echte wirtschaftliche Entwicklung stattfindet und Mafia und Korrution zurückgehen.
Mehr Pressefreiheit, Toleranz gegenüber den Sprachen der Minderheiten, das Kassieren der ultra-nationalistischen Anklage gegen den Schriftsteller Orhan Pamuk - all dies sind Perversionen, die die "säkulare" Mutterlandspartei des türkischen Generalstabs nach dem Putsch in den 80ern niemals toleriert hätte. - Ein Beweis mehr!
Zweifeln könnten wir, wäre die Mafia schlimmer geworden, das Geld in den Moscheen versickert und die Wirtschaft den Bach runter gegangen. Das wäre von den Muslimen wohl halb so schlimm gewesen. Obwohl man natürlich nie hätte sagen können, ob sich nicht auch solche später als wahre Islamisten herausgestellt hätten.
Da kannst Du doch lieber auf der sicheren Seite bleiben und präventiv auftreten.

"Liberale" Motive für einen Militärputsch
Dafür hat Ayaan Hirsi Ali ein Rezept, das sie gerne mit den "Liberalen" und "Säkularen" in der Türkei teilt, denn die haben die Dawa von Erdogan "unterschätzt". Zugegeben, das Rezept ist eine Roßkur: ein Putsch der Armee, die immerhin durch den Staatsgründer Atatürk als Hüter des "säkularen Charakters der türkischen Republik" eingesetzt wurde.
Dummerweise kriegen die Ali'schen Liberalen (wer in der Türkei ist das denn überhaupt?) es nicht hin, die "Köpfe und Herzen der Wähler" zu erreichen, vermutlich, weil sie es so eilig hatten, ihre zwielichtigen Banktransaktionen durchzuziehen,was unter der vorherigen, "säkularen" und korrupten Regierung möglich war. Da geht auch Hirsi Ali nicht davon aus, daß diese finstere Gruppe eine Mehrheit der 70% Unterstützer einer Präsidentschaft von ihrem Irrtum überzeugt. Darum soll die Armee ruhig eingreifen. sonst wird am Ende noch ein Präsident rechtmässig, nach allgemeinem Wahlrecht gewählt, wie zum Beispiel in den Muslim-Staaten USA, Frankreich und Chile.
Dreimal putschte seit 1949 die Armee, jdeesmal wurden alle Politiker gefangengesetzt und einige gehängt. Die Angehörigen linker Oppositionsbewegungen, auch gemäßigter, werden massenhaft in Gefängnissen und Konzentrationslagern festgesetzt und gefoltert, ihre Familien terrorisiert. Die meisten von ihnen waren so "säkular", wie nur irgendwas, doch leider auf andere Weise, als es den türkischen Generälen genehm war.

"Schade, aber was will man machen..."(van Kooten und De Bie, niederländische Satiriker),"Man kann kein Omelette backen, ohne Eier zu zerschlagen"(Stalin),"Vivere Pericolosamente"=gefährlich Leben (Mussolini), dessen Strafrecht von Atatürk in Gänze übernommen wurde und das im Wesentlichen heute noch gültig ist.

Die naiven Führer Europas sind gewarnt.
Gute "Liberale", so Hirsi Ali, streben nach der Armee als Staat im Staat:
Naive, aber wohlmeinende europäische Führer sind von Anfang an dahingehend manipuliert worden, dass sie eine zivile Kontrolle über die türkische Armee gefordert haben wie es sie auch in allen anderen Mitgliedstaaten gibt.
Ach, Ihr Dummerchen! Warum hört Ihr nicht auf Ayaan? Es gibt einfach keine bessere Garantie für eine Demokratie als eigenmächtige Streitkräfte. Die eigenen, oder, wenn nötig, ausländische.

Ihr Modell: Mogadischu
Zum Beispiel, was die äthiopische Armee betrifft, die mir US-Luftunterstützung die somalische Hauptstadt Mogadischu terrorisiert, nachdem sie die durch den Volkswillen an die Macht gekommenen Islamischen Gerichte verjagt hat. Die traditionellen Stammesführer-Warlords, unter Führung von Yussuf, dem Chefs des Darod Stammes, dem Hirsi Ali angehört, und Ministerpräsident der jahrelang machtlosen Somalischen Marionettenregierung, , sind wieder auf alte Art und Weise zugange: Krieg gegen die einfachen Menschen und Krieg gegeneinander. Die wichtigste Startbahn des Flughafens ist unter drei Kriegsherrn aufgeteilt, die sich, wenn sie zwischen dem Bombardieren von Krankenhäusern und Wohngebieten die Zeit dazu finden, gegenseitig mit Artillerieunterstützung die Landerechte streitig machen.

Hirsi Ali unterstützt dieses Stück US-Politik aus ihrer "Antiterrorismus"-Funktion im American Enterprise Institut. Selbst diese Heuchler fanden es doch zu irre, Frau Ali als Islam-Expertin anzuerkennen. In ihrer Funktion beim AEI soll sie sich nicht über Religion auslassen, sondern nur Älteres veröffentlichen: "Mit wissenschaftlichem Unterbau" (Interview in der 'Volkskrant' 2006). Darum ist auch ihr schon ewig angekündigtes Buch über den Propheten Muhammad noch nicht erschienen.

Die amerikanischen Neocons haben nämlich ihre eigene Dawa, das Bündnis mit den christlichen Fundamentalisten. Ganz toll liberal. Im neokonservativen Parteiblatt, "The Weekly Standard", ist noch kein einziger Artikel von Hirsi Ali oder über sie erschienen. So hat auch die Prawda gearbeitet. Mitläufer sind "nützliche Idioten", aber man muß sie auf Abstand halten.

Die neokonservative US-Politik in Somalia (dort gibt es kein Öl, also überlässt man die Intervention einer "Coalition of The Willing" ) steht Modell für Ayaan Hirsi Ali (Magan)s Rezept für die Türkei. Schließlich handelt es sich auch dort um ein Land im Griff des Islam. Es wäre sicherlich interessant, mal zu hören, was sie über Albanien und den Kosovo zu sagen hat: äusserst gefährliche Muslime dort: rauchen, trinken und wollen in die EU.

[Teil 2. folgt!]

BigBerta schrieb auch noch eine kurze Einleitung, die wie hier übernehmen:
Bevor wir mit dem Verlauf der Ali'schen Karriere weiter fortfahren, soll hier eines ihrer neuesten Themenfelder vorgestellt werden: die Türkei. Aber davor muß noch die Frage beantwortet werden, warum wir uns denn soviel Mühe mit ihr geben:
Nun, sie ist ein besonders übler Prototyp der "islamischen Frauenrechtlerin", der die Rechte der muslimischen Frauen ziemlich egal sind, wenn es um die eigene Profilierung und Karriere geht. In den Niederlanden hat sie verbrannte Erde hinterlassen und nicht nur bei Muslimen ausgespielt und die einst angeblich so wichtigen Themen sind jetzt uninteressant für sie. Wer diesen "Typ" kennt, kann ihre Klone einschätzen.Wer Hirsi Ali kennt, kennt auch Necla Kelek, Seyran Ates und wie sie sonst alle noch heissen mögen.

24 April, 2007

Guantanamo-Opfer: Murat Kurnaz aus Bremen

BigBerta schreibt heute ein persönliches und rührendes Zeugniss über die fast fünf Jahren die der bremer Türke Kurnaz verbrachte in Kandahar und in Guantanamo. Er war für ein Kopfgeld von 3000 $ von der pakistanischen Polizei an den Amerikanern 'verkauft' worden, als er Dezember 2001 von einer Pilgerreise nach pakistan nach Hause zurückkehren wollte.
Hier sind die wichtigste Teile:

Murat Kurnaz - Fünf Jahre meines Lebens

Auf das Bild klicken
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Ein zutiefst menschliches Buch
Alle möglichen Bauchredner haben sich immer wieder zum Fall Kurnaz geäussert, und ich habe die ganze Zeit vorgeschlagen, man möge ihn doch selber zu Wort kommen lassen. Das geschah zunächst bei Beckmann. (YouTube, HR) Mittlerweile hat es einen Bundestagsausschuss gegeben, und auch, wenn man sich nicht auf einen Schuldigen einigen konnte, so scheint es doch jetzt sicher zu sein, dass Kurnaz ohne jedes Recht fünf Jahre seines Lebens gestohlen wurden.

Der Ghostwriter, Helmut Kuhn, hat hervorragende Arbeit geleistet, denn, wer Kurnaz seinerzeit bei Beckmann hat reden hören, hört seine Stimme auch aus dem Geschriebenen: einfach, ruhig, ohne anzuklagen. Ich gebe zu, zunächst hatte ich auch gefragt, was Kurnaz dazu bewogen haben möge, in Pakistan den Koran zu studieren, ob es denn in der Türkei keine Koranschulen gäbe - nun, hier erklärt er es selbst und für mich wird es stimmig:
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Er hatte sich zunächst bemüht, an das Mansura Islmic Center in Lahore zu kommen, eine Einrichtung die von Syed Abul A’ala Maudoodi gegründet worden war. Hier ist die Darstellung auf der website,
Zunächst hatte Kurnaz eine Entwicklung ohne Perspektiven durchlaufen, die - wie bei Freunden auch - in Marginalisierung und Kriminalisierung hätte enden können. Dann fing er an, sich zu fragen, wie er dieser Entwicklung entgehen könne. In Bremen war die Tablighi Jamaat aktiv, die hier in Europa kontrovers diskutiert wird, jedoch z.B. von amnesty international und dem prominenten französischen Orientalisten Olivier Roy ein gutes Zeugnis ausgestellt wird. In Paris, z.B. hat sie den dortigen Behörden geholfen, die Jugendkrawalle im vergangenen Jahr zu de-eskalieren.
Kurnaz hatte mittlerweile ein Mädchen geheiratet, das einen Ruf als fromme Muslima hatte und wollte, bis seine Frau in Deutschland eintraf, seine von ihm jetzt starke empfundenen Defizite in islamischem Wissen und islamischer Praxis schließen. Er beschreibt das erste Zusammentreffen:
[..]
Nun, die Richtung von Maududi ist nicht die meine, und man kann natürlich anführen, daß die Stadtverwaltung von Paris sich geirrt hat, als sie die Tablighis um Hilfe bat - aber falls sich die Stadtverwaltung von Paris schon irrt: wie soll sich da ein Murat Kurnaz nicht irren?

Kurnaz zieht mit Freunden von Moschee zu Moschee - kauft Geschenke für die Familie zu Hause ein, will am letzten Gültigkeitstag seines Rückflugtickets nach Hause fliegen und wird aus dem Bus heraus verhaftet.

Ich bin verkauft worden. Für ein Kopfgeld von 3.000 Dollar. Das haben sie mir in einem der endlosen Verhöre selbst bestätigt.

Er kommt in eine Hölle, die Dante's Inferno nahekommt, denn, wer in Guantanamo ist, kann ersteinmal auch alle Hoffnungen fahren lassen. Wer das Buch liest, erfährt von willkürlichen Amputationen, 96-jährigen, blinden Gefangenen, Immediate-Response-Teams, die auch schon mal Gefangene töten, sowie einem System, das auf Willkür basiert - und der unendlichen Angst der Bewacher. Doch eines ist das Buch nicht: eine Anklage. Das macht es so lesenswert.

25 Februar, 2007

Nach Israel, India, Pakistan und Nordkorea, ist die Proliferation kaum mehr aufzuhalten

Der Iran ist eingeklemmt zwischen den Nuklearmächten Russland, Türkei (durch NATO-Garantien), Israel, Saudi-Arabien (das wahrscheinlich Miteigentümerin der pakistanischen Bombe ist) und Pakistan. Und dann gibt es auch noch die amerikanische Flotte im Golf, die nuklear bewaffnet ist.

Wie der französische Präsident Chirac vor einigen Wochen sagte, eine kleine Anzahl iranische Bomben würde paradoxalerweise, nicht das Kriegsgefahr erweitern, sondern ein neues Gleichgewicht herstellen und die Gefahr eines konflikts zurückdringen! Am nächsten Tage hatte der alte pariser Fuchs 'amende honorable' gemacht: So hatte er es nicht gemeint. Aber, wie der vortreffliche Blog "A Fistful of Euros" kommentierte: Er hatte anfangs völlig recht gehabt, und aus seiner Erfahrung als kleine Nuklearmacht gesprochen.
(Mein Kommentar darauf in At Home in Europe: "Week 5: Chirac on Iran, usw.")

Man könnte den Amerikanern folgenden Ratschlag geben:
Jetzt, wo Ihr endlich versteht, dass die nordkoreanische Bombe Euch mehr von Nützen ist als sie eine Gefahr darstellt, weil sie hilft, die chinesische Ambitionen in den Schränken zu hälten, könnt Ihr auch aus dem chiraquischen Lapsus lernen, dass eine atomäres Iran eigentlich günstiger ist als ein nicht-atomäres: Es könnte sich nicht mehr leisten, Israel direkt anzugreifen, denn es müsste einen atomären Gegenschlag entgegennehmen. Die russiche Ambitionen im Kaukas und in Zentralasien werden früstriert. Pakistan wird weniger Machtspolitik betreiben können in Afghanistan mittels seiner heimlichen Unterstützung, bzw Tolerierung, der Talibanartigen Gruppen.

Das einzige Opfer einer Tolerierung eines nuklearen Irans, würde ... der IRAK sein. Dieses Land, vor 20 Jahren noch virtueller Sieger im Iran-Irak Kriege, würde gegenüber seinem persischen Erbfeinde sehr geschwächt sein.

Der einzige Ausweg daraus, würde der Aufbau, mit amerikanischen Hilfe, eines irakischen Nuklearmachts sein.

Bis soweit, lieber Leser, ein denkbares Höhepunkt der Ironie der Geschichte.

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