Mehrsprachiges Bloggen ist in Europa unumgänglich. Nebst "At Home in Europe", "L'Europe chez Soi" und "In Europa Thuis (NL)" (s. Unten), war ein Blog in Europas meistgesprochene Sprache längst fällig.
Ich muss mich entschuldigen bei den Lesern. Ich hatte immer geglaubt, dass die Behauptung des Dr. Udo Ulfkotte, nämlich dass diejenigen (namentlich Herr Rössel) die 1996 gesagt hatten, dass er sich in einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) an Shell-Nigeria "prostituiert" hätte, vom Richter bestraft wurden.
Im Juli 1997 entschied das Landgericht Köln, dass Rössels Charakterisierung der FAZ und ihres Korrespondenten keine »Schmähkritik« gewesen sei, sondern eine »Meinungsäußerung«, die aufgrund des Sachverhaltes zulässig sei.
Österreich. Es gab einmal einer FPÖ Politiker (Herr Westenthaler), der wenig verstand von modernen Zeiten. 2006 fiel er in der Falle eines Witzes, der von wiener anti-Islamophoben schön aufgestellt war.
In einem Brief fragten angebliche Muslime, ob es nicht möglich wäre, die "Gipfelkreuze", die man oben auf vielen Bergen Österreichs sieht, in "Gipfelhalbmonden" zu verwandeln?
Er wertete es als Beweis der "schleichenden Islamisierung Österreichs" und Europas.
BZÖ-Obmann Peter Westenthaler muss auf der Homepage seiner Partei und im ORF-’Report’ die Vorwürfe gegen Alpenvereins-Vizepräsident Andreas Ermacora widerrufen.
Und vergessen wollen wir natürlich auch nicht (wieder aus der Frankfurter Rundschau):
Wie ein begossener Pudel müsste sich auch der deutsche Journalist und selbst erkorene Experte für islamischen Terrorismus, Udo Ulfkotte, fühlen. Der nämlich wertet den Brief heute noch als Beleg für die schleichende Islamisierung des Abendlands. In seinem Buch ‘Heiliger Krieg in Europa’ führt er das Kreuz mit dem Gipfelkreuz neben weiteren Exempeln als eindeutigen Beweis dafür an, dass sich unter der Ägide der ägyptischen Muslimbruderschaft das christliche Antlitz Europas nach und nach in ein muslimisches verwandle.
Es ist natürlich nicht zufällig, dass Ulfkotte es ebensowenig verstanden hat als der Rechtsextremist Westenthaler. Obwohl er abstreitet, dass er zum europäischem Rechtsextremismus gehört, ist er "irrtümlich" und ganz zufällig, immer in ihrer Gesellschaft.
Wird Ulfkotte, endlich, nach diesem Urteil, erkennen, dass er in seinem Buche Hass geschürt hat mit faktisch falschen Behauptungen?
Wir gestatten ihm zwei Tage. Nachher, werden wir Akte Islam und Pax Europa zur Verantwortung ziehen.
(1. Bild: "swissislamminarett", vielleicht inspiriert durch der österreichischen "Zipfelhalbmond", im "Brüssel 9/11" shop des Dr. Ulfkotte bei "Sweatshirt", Leipzig.
Und wäre es auch denkbar, dass dieses Bericht des Akte Islams (September 2007), nur der Phantasie der Dhimmis zuzuschreiben sei?
Beleidigen österreichische Auto-Kennzeichen der Steiermark den Islam ?
In Österreich hat man von den Schönheiten des Islam in der Vergangenheit nicht sonderlich viel mitbekommen. Das ändert sich seit einigen Monaten. Denn die noch kleine (kaum mehr als 400.000 Menschen zählende) muslimische Gemeinschaft des Landes wächst schnell und tritt selbstbewusst auf - zu selbstbewusst für viele Österreicher. Wie jedes österreichische Bundeland, hat auch Graz, Hauptstadt der Steieremark, ein Wappen. Uber dieses Wappen heißt es auf der Homepage der Steiermark: "Das Wappen des Landes Steiermark ist in grünem Schild der rotgehörnte und -gewaffnete silberne Panther, der aus dem Rachen Flammen hervorstößt." Über dem Wappen ist eine Krone - und sie wird von einem Kreuz gekrönt. Und so sieht ein typisches PKW-Kennzeichen mit dem Wappen der Steiermark aus:
Auf Seite 14 berichtet uns die österreichische "Kronenzeitung" nun ganz versteckt darüber, dass der Glaubenskrieg von islamischen Mitbürgern nun auch auf den Kennzeichen ausgetragen werde. Zunächst waren es vor allem muslimische Taxifahrer in Graz, die auf ihren Kennzeichen einfach das Kreuz weggekratzt haben.: Die Polizei ermittelt gegen die um sich greifende Unsitte wegen "Urkundenfälschungen", die Politik wiegelt ab. Schließlich könnte es ja wirklich sein, dass österreichische PKW-Kennzeichen die muslimischen Mitbürger beleidigen. Und so sieht man derzeit in der Steiermark folgende Kennzeichen auf den Fahrzeugen von Muslimen, bei denen das Kreuz einfach weggekratzt wurde - und die Polizei weiß nicht so recht, ob sie die Fahrer nun belangen sollte oder nicht; nach einigen Tagen berichtete auch die Zeitung "Die Presse" über die Vorfälle. Während Journalisten in Graz bislang etwa 30 Fälle registrierten, sprach Zeitung "Die Presse" von nur 18 Fällen (Quelle: Die Presse):
(Alle abgebildeten Zeitungsausschnitte hat die Redaktion aus Graz mitgebracht)
Manche Muslime der Steiermark sollen das Kreuz auf den Fahrzeug-Kennzeichen angeblich durch einen ins Blech gekratzten Halbmond ersetzt haben. Unterdessen treten sie auch für den Bau zahlreicher Moscheen in Österreich ein. Bislang gibt es nur zwei Moscheen im Land - aber mehr als 200 Gebetsräume. In Graz soll nun die erste Moschee der Stadt gebaut werden. Die Politik unterstützt dieses Vorhaben - bis auf wenige Ausnahmen. In der Bevölkerung allerdings regt sich der Unmut. Denn von der Integration der Muslime ist in der Steiermark derzeit nur wenig zu spüren.
Mein Kommentar:
Ulfkotte war ende September 2007 auf Reisen in der Schweiz und in Österreich. Er ist "die Redaktion", die diesen Trophäen nach Deutschland eingeführt haben soll.
Handelt es sich um einem echtem Kreuzzuge der Musulmännern, oder ist dieses Vorfall auch nur ein guter Witz?
der berliner Blogger (Duckhome), ist einer der deutschen Blogger die von Udo Ulfkotte und Pax Europa verklagt worden sind, weil sie Ulfkotte mit Rassismus in Zusammenhang brachten.
Heute veröffentlicht er einen Post, in dem er eine These zum antwerpener Debie-Urteil entwickelt, die sich von der Unseren unterscheidet. Er meint, dass es wenig wahrscheinlich sei, dass die frankfurter Richter in Februar von dem belgischen Arrest beeinflusst werden. Auch der europäische Trend zur Verschärfung des Vorgehens gegen Vorbereitung und Schürung der Hetze und der (Rassen-) Diskrimination, werde sich wahrscheinlich in Frankfurt (noch) nicht durchsetzen.
Es brauche, so Hoff, noch einen Langen Marsch durch den nationalen und europäischen Institutionen, bevor die deutsche Nachkriegstradition der Schonung von Kollaborateuren und klammheimlichen Hetzern gebrochen werden könnte.
Wie könnte man rechtzeitig das klammheimliche Übel anfassen? Eingestanden soll es sein, dass es schwierig ist, Menschen, wovon jeder weiss, dass sie mitgeholfen haben (oder im Begriff sind mitzuhelfen) Genozide, Pogrome oder Bürgerkriege zu schüren, aber die sich auf ihnen erteilten Befehlen berufen, oder auf ihren Unwissentheit, oder auf jeweiligen guten Absichten, zu be- und ver- urteilen. Was sind die Fakten? Kann man jemand, der bestreitet Rassist zu sein, dennoch wegen Schürung des Rassismus verurteilen?
Meine Antwort ist: "Ja". Man kann es nicht nur. Mal soll es auch. Und zwar, womöglich, bevor der Genozid, der Pogrom und die Lynchpartien stattgefunden haben.
Die Gefahr ist selbstverständlich, dass es schwierig ist, auszufinden, wo die Redefreiheit aufhört zu primieren über den üblen Absichten. Missbrauch dergleichen gesetzlichen Bestimmungen seitens Regierungen, und von nicht-unabhängigen Richtern, ist ein grosses Risiko.
Anfassen beim Wurzel, nicht bei der Ausschweifungen; bei den Opinionsmachern also Die Streit um der Aufrechterhaltung der Genozid-Klagen gegen Milosevic beim Jugoslawien-Tribunal in Den Haag, wie sie von Florence Hartmann*) beschrieben wird,zeigt, dass man, eben bei einem Hauptverantwörtlichen,nicht umhin kann, die Vorbereitungshandlungen und die systematische Schürung wie Straftat zu beurteilen. Weil ja dem Milosevic nicht nachgewiesen werden könnte, dass er konkrete Befehle erlassen hätte zum Genozid und er auch nicht persönlich daran teilgenommen hatte.
Wichtig dabei ist auch die Position die der Angeschuldigte innehat: Ein jeweiliger Kommentator bei PI, der sich an Gewaltphantasien gegen Muslimen aufgeilt, sollte man unterscheiden von Leuten die als Intellektueller und Publizist systematisch befassen mit klammheimlicher Hass-schürung.
Geduld, aber auch Urgenz Ich muss gestanden, dass Jochen Hoff wirklichkeitsnäher ist als ich, wenn er sagt, dass "Ungeduld" ein schlechter Ratgeber ist, wenn es, wie hier, gehe um eine grosse Umwandlung der Verfolgungspolitik. Was im Alltagsleben als Evidenz erscheint, nämlich die schuldige Verantwortlichkeit der Hetzer, ist es ja noch lange nicht in der Welt der Jurisprudenz.
Prudenz = Vorsichtigkeit. Vorsicht ist eine positive Sache, wenn es um Angelegenheiten geht, die der Meinungsfreiheit berühren. Leider schafft dieser Vorsichtsfrist jedoch auch ein zu raum befristetes Spielfeld für die Anstacheler der Lynchpartien. Bei aller Gelassenheit und Geduld, sollte man auch nicht vergessen, dass es sich um eine sehr dringende Sache handelt.
Die Anti-Islam Strategen, die Juni 2007 in Kalifornien sich versammelten, hatten zwei Hauptlinien festgelegt.
Die Erste ist "Advocacy": Gebrauch und Missbrauch von bestehenden und zu veranlassenden gesetzlichen Bestimmungen, zwecks Isolierung und Marginalisierung von Muslimen. Das geht von Kopftücherverboten bis zum Pflicht um Warnungszeichen an Moskeen und muslimischen Geschäften zu kleben. (Der schweitzer Anwalt Arnaud de Montebour).
Die zweite ist "Social Action": Weil der Staat zu langsam und zu wenig aufkommt gegen der unterstellten Islam-Gefahr, sollte man die Volkswut anstacheln gegen Moskeen. Schürung des gesunden Volksempfindens, sogesagt. Befürwörterin dieser Linie war Ajaan Hirsi Ali, enttäuscht über das Misslingen ihrer holländischen parlamentarischen Laufbahn.
(Ich berichtete über der "Pepperdine" Konferenz und der Teilnahme von Heinrich Broder, u.A., in Legal Alien in New York, 5 Artikel, zum Beispiel hier).
Ohne zu ulfkotteschen Verschwörungstheorien (Muslimbruderschaft) abzugleiten, kann man nicht umhin, festzustellen, dass die zwei Strategien schon breite Anwendung finden, in Deutschland, in Europa und in den Vereinigten Staaten. Teils handelt es sich dabei um Opportunismus und Papageierei. Teils ist es nur modisch, oder noch ein Protest gegen die intellektuellen Leere des modernen Westens. Aber die Auswirkungen sind potentiell äusserst gefährlich. Man kann nicht abwarten, bis der der anschleichende Genozid stattfindet.
Zunächst einmal ist die Verurteilung von Bart Debie ein wichtiger Sieg gegen den Rassismus in Europa , auch wenn im Rahmen des Berufungsverfahrens die Strafe vermutlich noch etwas, wenn auch unbedeutend abgemildert wird. Ich tippe darauf das er nicht in Haft muss und ihm die bürgerlichen Ehrenrechte verbleiben, während die Geldstrafe erhöht wird. Das ist so die Art Kuhhandel. den ich zumindest in Deutschland erwarten würde.
Allerdings haben die anderen Europäer ein etwas anderes Verhältnis zu Faschisten und Rassisten als wir in Deutschland. Bei uns in Deutschland ging es nach 1945 darum die Vergangenheit möglichst schnell zu vergessen und wieder zur Tagesordnung über zu gehen. Bei der Menge an Schuld, wäre es schwer, wenn nicht gar unmöglich gewesen, diese wirklich aufzuarbeiten. Also wurde das Ende der Nürnberger Prozesse, im Prinzip auch als das Ende der Aufarbeitung gesehen.
Insbesondere die deutsche Justiz, die in ihren eigenen Reihen mit erheblicher Schuld zu kämpfen hatte, war nicht wirklich an einer weiteren Verfolgung interessiert, zumal die Täter ja alle staatstragend waren, und ihre Befehle befolgt, ja teilweise mit viel Freude auch übererfüllt hatten. Die deutsche Justiz, die sich ja immer als staatstragend verstanden hat und staatlichem Unrecht meist reaktionslos gegenüberstand und gegenübersteht, hat diesen Bereich bis heute praktisch geschlossen, auch wenn in letzter Zeit ein paar Verfahren für Aufsehen sorgten, weil eben doch bestraft wurde.
Im restlichen Europa waren die Täter ja nicht nur Rassisten oder Faschisten sondern häufig auch Kollaborateure, also Leute die mit den Deutschen, dem Feind, zusammengearbeitet hatten. Das führte von Anfang an zu einer anderen rechtlichen Betrachtungsweise als bei uns. Natürlich war auch der Umgang mit den Kollaborateuren nicht immer einwandfrei.
Während es in Deutschland schwer bis unmöglich ist, eine Staatsanwaltschaft dazu zu bekommen, das sie wegen Volksverhetzung oder Aufruf zum Rassenhass ermitteln, geht das in anderen Teilen Europas einfacher. Auch wenn dort ansonsten ein weniger obrigkeitsgläubiges Rechtssystem als bei uns vorherrscht. Unsere Rassisten und auch die Faschisten und Faschistoiden geben sich ja meist staatstragend. Als Beschützer jenen Deutschseins, das es zwar real nie gegeben hat, das aber für viele eine schöne Fiktion ist.
Darüber kann man schimpfen und wütend sein, aber das ändert nichts an den Tatsachen. Es gibt auch so richtig keinen Grund mehr wütend zu sein. Wir leben mittlerweile alle im gleichen Europa. Das bedeutet nicht nur für einige eine gemeinsame Währung, gemeinsame Grenzen, gemeinsame Gesetze und Vorschriften sondern auch gemeinsame Europäische Gerichte als letzte Instanz.
Wenn nationale Gerichte sich weit von europäischen Normen entfernen oder gar Menschenrechtsfragen berührt werden, dann macht es Sinn mit seinen Anliegen nach Europa zu gehen. Während in Deutschland die Verurteilung von Bart Debie bedeutungslos ist, bildet sie in Europa die neue, europäische Rechtstradition mit aus und wird in einigen Jahren oder Jahrzehnten, nach den entsprechenden höchstrichterlichen Urteilen auch die deutsche Rechtstradition verändern.
Die Annahme von Huib Riethof und Dietmar Näher, das die Verurteilung von Bart Debie etwas für die Verfahren Ulfkotte und Pax Europa gegen Blogger und dann auch gegen die beklagten Journalisten und Wissenschaftler bringt, teile ich nicht. Wie bereits angeführt ist ein belgisches Urteil in Deutschland belanglos. Da würde die Einschätzung des Brüsseler Bürgermeisters der die Verantwortlichen der von Dr. Udo Ulfkotte angemeldeten Demonstration als Rassisten bezeichnete und dabei auch auf die belgischen Sicherheitskräfte verwies, die, diese Einschätzung wohl getroffen hatten, viel mehr bringen. Aber auch sie scheint in der ersten Instanz eher belanglos zu sein.
Bart Debie ist eine Einzelperson, die zwar sehr nahe mit Dr. Ulfkotte verbunden ist, aber wenn Bart Debie einen Banküberfall begeht, würden wir ja auch nicht automatisch annehmen, das Udo Ulfkotte sein Komplize ist. Selbst das beide sich als Sicherheitsexperten bezeichnen spielt keine Rolle. Schuld ist eine individuelle Angelegenheit. Die Schuld des Bart Debie wurde vom belgischen Gericht jetzt bestätigt. Seine individuelle Schuld. Nicht die von Udo Ulfkotte.
Das ist mir deshalb so wichtig, weil ich ja eben Herrn Ulfkotte vorwerfe, das er die Moslems für etwas verantwortlich machen will, was vielleicht ein einzelner Moslem getan hat, oder nur in irgendwelchen Fantasien existiert. Wenn ich Herrn Ulfkotte für Bart Debie verantwortlich mache, dann benutze ich die gleiche Methode, die ich überall vehement bekämpfe.
Natürlich bin ich persönlich fest davon überzeugt, das beide für die gleiche Sache kämpfen und das die Verflechtungen sehr viel intensiver sind, als wir alle annehmen. Natürlich reicht das von bulgarischen Rechtsradikalen bist zu den Resten französischer Rechtsterroristen. Aber das muss bewiesen werden. In Einzelschritten. Genau das wird in Frankfurt und in den Folgeprozessen passieren. Es ist eine reine Fleißarbeit, die über Jahre gehen wird. Ein Verfahren wird sich an das andere reihen. Mal obsiegt die eine, mal die andere Seite. Bis es das Urteil in letzter Instanz gibt.
Das kostet Zeit und Nerven. Allerdings glaubte auch Bart Debie schon einmal davon gekommen zu sein. Nun hat ihn die harte Realität eingeholt. Bei jeder Niederlage gibt es natürlich auch ehemalige Mitstreiter, die dann erzählen wie einiges wirklich war. Dem Frieden, den PI und die Leute die für Brüssel gespendet hatten, mit Dr. Ulfkotte heute scheinbar haben, dem Frieden traue ich nicht. Auch da werden wir noch einiges erleben. Im Laufe der Zeit.
Vor Gericht und auf hoher See ist Ungeduld ein schlechter Ratgeber.
Schöner Text, nicht wahr? Wir marschieren getrennt, aber werden zusammen schlagen.
2005/2006 befasste der Europaretter sich mit einer Zusammenfassung aller seiner Kenntnissen über das Geheimdienstenwesen der Welt. Voluminös, aber meistens Gewichtigtuerei und Büroklatsch.
Grossteil des Buches ist dem CIA gewidmet. Auffallenderweise, ist U. den Amerikanern gar nicht gut gesinnt. Die "Pannen" der Amerikaner werden prominent hervorgehoben. Wie wir schon in der Fiction-DE Sektion gesehen haben ("Gencode-J", 2001), sind auch die Israelier und ihr Mossad nicht Favorit für die Ulfkotte-Preis.
Während des Schreiben des Buches ist Ulfkotte, nach eigenem Bericht, mehrmals Objekt gewesen von geheimdienstlichen Interventionen in Deutschland. Er behauptet, dass er jedesmal ungefragt anonym verschickten Geheimsachen in seinem Postfach vorfand. Zurückschicken an den BND geling ihm nicht. Panik! Anklage wegen Bestechung und Nötigung von Beamten stand vor. Deswegen, glaube ich, hat er die deutsche Abteilung seines Buches (hauptsachlich über den BND) so anbiedernd verfasst: "Geschätzt in Ost und West: der Bundesnachrichtendienst", heisst dieses Kapitel (pp283 sqq).
Trotzdem, ist es in diesem Kapitel, dass er vielleicht den wahren Grund für dieses völlig überflüssiges Buch enthüllt . In der § Illegale Inlandsbespitzelung (pp 310-312) schreibt er über die BND Aktion gegen dem Verfasser des 1993 erschienenen Buches: "Schnüffler ohne Nase", Erich Schmidt-Eenboom:
"Im Zentrum der BND-Operation stand damals der Weilheimer Friedensforscher und Publizist Erich Schmidt-Eenboom."
Der wurde während kurze Zeit intensiv observiert vom BND (1994), aber:
"..als Auslandsgeheimdienst darf er (der BND) in Deutschland keine Journalisten ausspähen, die über den Dienst berichten.."
Ulfkotte stellt nachdrücklich fest, dass das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestages die BND-Aktion als "eindeutig Gesetzwidrig" eingestuft habe.
Am 18. November 2005 erfolgte:
Strafanzeige gegen den BND von der frühere Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke gegen Schäuble, Porzner und Volker Foertsch (folgt langes Zitat).
Daraus:
"Staatliche Angriffe auf die Pressefreiheit haben gerade in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen, wie [..] Hausdurchsuchungen bei Journalisten und die Ausspähung von Telefonverbindungsdaten zeigen."
"Ich befürchte, dass solche illegalen Methoden auch heute noch eingesetzt werden."
Fast eine Seite lang zitiert Ulfkotte das bericht der PSD (ex-DDR) - AbgeordnetIn. Es ist als wäre diese Text von ihm persönlich für sie geschrieben worden. Es könnte ein Drohungsspiel vom Autor mit bestimmten Kreisen des BND sein. Wie es überhaupt auch gewesen sein mag, Ulfkotte hat eine Art Waffenruhe erreicht mit dem BND. Als Preis hat er das Verschwinden seines skandalösen Buches "Krieg in den Städten" (2002) einstecken müssen, und ein positives Verhalten zum BND zeigen müssen im betreffenden Kapitel.
Ohne Zweifel, wahnt er sich Gewinner in dieser Streit. Er glaubt den BND in der Tasche zu haben. Damit streifen wir an einem psychischen problem worüber wir anderswo berichten werden. Immerhin, hat Ulfkotte beim Streit über die geplante brüsseler anti-islmamischen Manifestation des 11. Septembers, sich auf seinen Verbindungen zum BND gerühmt bei dem Vlaams-Belang Extremist (gerichtlich verurteilten ex-Polizeikommissar) Debie aus Antwerpen. Dieser Ulfkotte-Freund macht aus dem Lüneburger Dozenten Brennholz, wenn er ihn charakterisiert als "rare man" (holländisch für: "fremder Vogel"). Obwohl Ulfkotte sich rühmte, hunderttausenden BND-Euros in der Tasche zu haben, hatte er kein Geld für seinen reisen zwischen Frankfurt/M und Brüssel.
Akte Islam, Anfang November:"Akte-Islam" ist ein Hetzblog des Dr. Udo Ulfkotte gegen "Eurabia". Jeden Tag findet er neue Beweise für die schleichende Islamisierung Europas. Er hat eine ganz enorme Verschwörung entdeckt, nicht nur von islamistischen Terroristen, nein, fast alle Muslime sind Teilnehmer daran. Und sie werden unterstützt von linken Intellektuellen die gekauft sind, um innerhalb weniger Jahren in Europa die Scharia einzuführen.
Deshalb, ingendwo in November, obenstehendes Bericht aus Berlin in Akte Islam. Schreck und Horror! Die Muslime haben nicht nur die Atombombe, aber auch schon Kettensäge!
Selbstverständlich, hat die Schlägerei zwischen maffiosen Grossfamilien nichts mit dem Islam zu tun. Oder ebensowenig als Ehrenrache in Süditalien zwischen den dortigen Maffiabanden etwas mit der "judeo-christlichen" Kultur verbindet.
Aber es geht dem Doktor anscheinend nicht um Akten und Fakten, aber um die Aktion. Die Aktion heisst: Agitation, AgitProp, Hass schüren. Deshalb werden alle Muslime die in Akte Islam im Bilde kommen, wie Kriminelle maskiert:
Quellenverzeichniss: Akte Islam, November 2007. Verantwörtlicher Herausgeber: Dr. Udo Ulfkotte
Er hat einen weissen "T" gebastelt über das Antlitz des schrecklichen muslemischen Terroristen. Aber die Inschrift "Psycho Saw" auf der Kettensäge machte mich unruhig. Als Inhaber guter Kenntnissen über unseren europäischen, westlichen, judeo-christlichen kulturellen Tradition, fragte ich mich, ob es denn auch einen arabischen Hitchcock ("Psycho") gäbe? Psycho ist ein westlicher, amerikanischer Kultfilm, nicht? Google brachte die gesuchte Auskunft:
Aha! Da haben wir es! Dasselbe Bild, aber jetzt in ganz verschiedenem Kontext. Das "Halloween Only Magazine" aus der USA verkauft Schreckensmaske, -Bilder, -Kleidung und anderen paraphernalia: Es ist: "Your One Stop Scare Shop":Ihr "einmal shoppen für Alles Schreckliches" - Laden verkäuft auch einen Plastikobjekt dass einer Kettensäge ähnelt, und mit Batterien auch das geeignete Lärm machen kann: (Übersetzung der Anzeige in der amerikanischen Webseite:)
Classic Horror - Psycho Saw Possibly the first simulated chainsaw designed specifically for Halloween, this plastic chainsaw replica has metalic looking blades and a red motor body and includes a realistic sound effect feature simulating a chainsaw.
It is battery operated. This prop retails for around $20.00 and is available from Halloween Only.
"Klassische Schreckens-Psycho Säge Möglicherweise die erste nachgeahmte Kettensäge die speziell für Halloween verfasst ist. Diese Replica einer Kettensäge hat metallartig scheinenden Blätter und ein rotes Mororkörper und sie produziert auch ein fast echtes Kettensägenlärm. Läuft auf Batterien. Es kostet ungefähr $20.00 und ist erhaltlich beiHalloween Only."
- Jetzt verstehen wir es: Es mangelte ein winziges Détail am Agitprop-Bericht des Doktors Caligari: Ein Bild. Weil der Udo seinen Leser kein hohes IQ zumisst, dachte er: "Everything Goes"! Und er nahm das Karnevalsbild, ging in seinem Horrorkabinett, und bastelte das gewünschte Bild, inklusive kopfgefrüstriertes Kreuzens, für seinem Agiprop-Blog. Hier sehen wir, wie es im Kabinett ausgesehen haben könnte: Bild angefertigt. Textchen veröffentlicht. Genug Zentimeter Hass für Heute? Aber - da gibt es noch die Konkurrenz. PI: "Politically Incorrect". Die werden sich bestimmt von meiner Bastelarbeit Meister machen. Muslime und Kettensäge: das ist zu schön um an der Konkurrenz zu überlassen. Machen wir eine Warnung an den Leutchen:
"[..](Achtung: Die PI-Kopier-Trolle sind wieder unterwegs... Daher der Hinweis: Artikel hier eingestellt um 18.02 Uhr.)"
Ich weiss nicht ob PI den Scoop vom Doktor auch wirklich gestohlen hat. Wenn est so wäre, wäre es um so erfreulicher. Islamophoben mit Karnevalsmasken...
Wenn ich jetzt die Moral der Geschichte (judeo-christliche- und auch islamische-, kurz: humane- und aufklärerische) einmal überantworten darf, dann sehe ich:
ein zynischer Plagiator,
und Freizeit-Agitator,
der den amerikanischen Geheimdiensten zeigen möchte wie man Hetze und Agitation macht,
unter Verachtung seines Publikums,
und mit lächerlichem Narzissismus.
Denn Horrormachen mit Kettensägen ist ein gutes Beispiel von Dasjenige was echte Islamkenner immer wieder sagen: Der islamistische Terror entleiht seine ideologie an westlichen Kulturphenomenen, wie dem Faschismus, und seinen Taktiken und Bewerkzeugung ebensoviel an westlichen kulturellen Feindbildern. Wie hier, an Hitchcock. Nochmals lesen: Olivier Roy, und Buruma/Etzioni (Okzidentalismus). Ulfkotte missbraucht seine Organisation "Pax Europa" (oben rechts, im Titel des "Akte Islam"-Blogs), und das jeweilige Bild einer jungen halbschwarzen Frau, um eine Aktion zu legitimieren, die nicht vorhat, um "Europa zu retten", aber nur veranstaltet wird, um seinen Gegnern im Umfeld der Geheimdiensten zu zeigen, dass er besser Agitprop machen kann als Denen. Eine "Close-Reading" seines Buches (2006) "Der Krieg im Dunkeln - Die Wahre macht der Geheimdienste" hat mich davon überzeugt.
Ulfkotte, der fest glaubt an der Kapazität der Geheimdiensten, um kollektive Gedanken zu lenken (weshalb er auch denkt dass so etwas den Islamisten möglich wäre), hat in den letzten Jahren auf infantiler Weise versucht, denen vorzumachen, wie man so etwas tun sollte, mit seinen Büchern und jetzt auch mit Pax Europa und seinen andern Initiativen, wie diesem Blog.
Es hat allen Anschein, dass die Dienste Ulfkottes Anbiederungen abgewiesen haben. Daher vermutet Ulfkotte hinter jedem Gegenschlag der ihn trifft, (und es gibt davon nicht Wenige), die Hand eines oder mehreren Geheimdiensten. Dienste die gemeine Sache machen mit den Islamisten, nur um den gefährlichen Doktor Strangelove Caligari unschädlich zu machen. Seine Handlungen der letzten Jahren haben etwas Pathetisches, das wir weiter untersuchen werden um die Diagnose einer vielleicht schweren psychischen Störung weiter zu verfeinern. Wir verfolgten schon Ulfkottes Abenteuer in Brüssel (Anfang September) und seinen schmählichen Abzug der 11. September Manifestation, die Anschuldigungen von seinen ehemahligen Mitkämpfern des Vlaams Belangs und der SIOE, und veröffentlichten seinen lächerlichen Versuchen, um mittels Verkauf von Ulfkotte-Paraphernalia an der ManifestationsteilnehmerInnen Geld einzutreiben. Die Kettensäge-Geschichte zeigt ein Verhalten Ulfkottes, das dem bei den "Gang" - Paraphernalia sehr ähnlich ist: Kopiieren, zynische Verachtung des Publikums, Geldsucht, realitätsfernes Handeln, Selbstüberschatzung und Umgang mit gefährlichen Hetzereien, als ob es nur ein Spiel wäre.
Es wäre ironisch, wenn es nicht so verächtlich wäre, dass Ulfkotte heimlich ein Bild aus der westlichen, gewaltverehrenden Subkultur gebraucht hat, um seinen anti-islamischen Agitprop zu illüstrieren.
Unten, das amerikanische Kultbild der Hure, die sich rächt mit der Kettensäge gegen ihren Belagern:
Und, zum Schluss, die klassische Szene der Kettensäge in Hitchcocks Psycho, auf YouTube: ...
Watchblog Islamophobie [DE] (siehe oben) beschäftigt sich selbstverständlich auch mit dem Rückkehr Ajaan Hirsi Alis in den Niederlanden und der Streit um der Finanzierung ihres Schutzes. Gestern gab es eine gute Übersicht der ersten Reaktionen in der niederländischen Presse im Watchblog. Heute ist man erstaunt man über die feindlichen, ja hässlichen, Leserbriefen die massenhaft eingesandt werden bei den Tageszeitungen.
Und zu Recht. Noch vor einem Jahre wurde Ajaan Hirsi Ali überschüttet mit (internationalen) Preisen, Auszeichnungen und Ehrenwürden. Aber jetzt, wenn man sie nicht mehr braucht, weil Anti-Islamismus überall akzeptierter Modetrend geworden ist, fängen die erz-geizige Holländer an, ihr alle Vorwürfen zu machen, die wir schon seit Jahren vergebens zum Ausdruck gebracht haben, nur um ihr einen weiteren Personenschütz auf Staatskosten entsagen zu können. Eben in der gutbürgerlichen NRC, sind rassistische und sexistische Bemerkungen an Frau Alis Adresse bei den Briefschreibern nicht selten.
Dass dabei zugleich auch mehrmals eine starke Abneigung gegen der Bande der intellektuellen Ali-Verehrern wie Leon de Winter, Afshin Ellian und Geert Wilders zum Ausdrück kommt, möchte man werten als eine positive Beiwirkung eines übrigens schamhaftes Vorgehens.
Meine Meinung ist, wie ich auch im Watchblog (siehe Unten) und (in NL) im Huibslog und in der NRC-Diskussion zum Ausdruck gebracht habe, dass Hauptverantwortlicher für die Impasse über Hirsi Ali's Schutzbedürfnissen, die rechte Liberale Partei VVD ist. Eine ihrer Häuptlingen, Frau Neelie Kroes (jetzt Eurokommissar für Konkurrenz), hat 2002 Hirsi Ali in einen VVD-Parlamentzsitz katapultiert, nur, um sie als Geheimwaffe gegen die Populisten Pim Fortuyns einzusetzen, und, ohne sich selbst hervorzuwagen, ihre Partei auf billigen Weise einen anti-islamischen Status zu geben.
Dieses populistisches Opportunismus hat seinen Preis. Rechts von der VVD, ist Ali-Freund Geert Wilders 2006 mit mehr als 10 Sitzen im 150 Mitglieder starken haager Parlament eingezogen. Die VVD musste ihren Regierungsposten aufgeben. Ali-Freundin Rita Verdonk, bis 2006 VVD-Ministerin für (oder besser: gegen) Immigration, Flüchtlingen und Integration, hat sich vor einigen Wochen von der VVD abgeschieden und bereitet auch eine neue Rechtspartei vor.
Eigentlich sollte zu diesen Schaden der VVD auch addiert werden: Ihre Verantwortung für die Sicherheit ihres früheren Freischützes. Aber auf diesem Punkt hat entweder die VVD, noch ihre Mitglieder und Spender, sich zu zahlen bereitgestellt. Nur in zwei oder drei der NRC-Leserbriefen (den Meinigen mitgerechnet) wird diese Zusammenhang erwähnt.
Ich bin der Meinung, dass, wo die VVD und Alis amerikanische Arbeitgeber (das Cheney-geführte neokonservative American Enterprise Institute in Washington DC, lese am Ende dieses Artikels) sich der Zahlung für Schutz verweigern, der niederländische Staat einen Ehrenschuld hat an die von der Politik missbrauchten Frau, und dass sie, wiesehr ich auch ihren Meinungen verwerfe, unter passendem Schutze Rede- und Bewegungsfreiheit bekommen soll.
Unten, mein Kommentar von Gestern in der Watchblog Islamophobie:
Unglaublich, wofür der holländische Staat sein Geld so rauswirft. Ist das denn mit neoliberalen Grundsätzen vereinbar? Sollte man Frau Magan nicht besser eine Knarre in die Hand drücken und sagen “Sieh, wie du zurecht kommst?”
@jolly rogers Nein, ich bin der Meinung dass Ajaan Hirsi Ali Anspruch auf Schutz hat. Frau Halsema (Groen Links) hat Recht. Die konservative und fremdenfeindliche Parteien haben sie Jahrelang ausgebeutet und haben sich klammheimlich hinter sie und ihren radikalisierenden Auffassungen versteckt. Weil die niederländische Gönner Hirsi Alis die Verantwortung für ihre Situation nicht auf sich nehmen, muss es nun einmal der Staat tun.
Hirsi Ali’s Flucht in den USA hat angefangen mit ihrem Rauswurf aus einem Haager Wohngebäude deren Mitbewohner (vermutlich übrigens meistens Anhänger der VVD und PVV, die rechten Populisten die Hirsi Ali so bewunderten) sich verunsichert fühlten vom Hin und Her des alischen Schützstaffels. Anscheinend, waren ihre niederländische Gönner im Mai 2006 der Meinung, dass die Mohrin ihre Schuldigkeit getan hatte, und gehen konnte. Onkel USA schien die Lösung zu bringen. Aber das hat nicht geklappt.
Selbstverständlich, sollten VVD und PVV und ihre Finanziers den Schutz bezahlen. Aber, weil sie es nicht tun, und weil es nicht möglich ist, sie dazu zu zwingen, tritt seit Mai 2006 die LINKE demokratische Parteienschaft für sie und ihre Sicherheit auf. Nicht weil man etwa ihre Ideen umarmt hätte, sondern weil es um die Verteidigung der Redefreiheit geht. (Manifest von zwölf linken Intellektuellen und Artisten, Mai 2006, gegen Alis Entbürgerung von VVD-Immigrationsministerin Verdonk).
Meiner Meinung nach, sind die neue Auffassungen Hirsi Alis (Anstachelung von Volksbewegungen gegen Muslimen und Moscheen, wozu sie aufrief in der Pepperdine Konferenz am 11. Juni 2007), der wahre Grund für ihren Entfernung aus Washington. Die NeoCons des American Enterprise Institute mögen keine antiklerikale und antireligiöse Radikalisierung. Washington hat einfach das unerwüschte Paket an den Absendern zurückgeschickt. Wenn es nicht so tragisch wäre, würde ich meinen aufrichtigen Schadenfreude um die Holländer und ihren unerwünschten Elephant im Porzellanschrank, hier zum Ausdrück bringen. Zahlen sollen sie! Vielleicht denkt man dann besser nach, bevor man versucht, sich billigstens eine Jeanne d’Arc auf Holzschuhen einzukaufen.
Man kann ruhig unterstellen, dass es noch andere Ursachen gibt für Hirsi Alis Zurückfahren nach Holland. Das AEI, wo, so der NRC von heute, "Hirsi Ali nicht bei Jedem Mitarbeiter ebenso geliebt" sei, hat ihr schon am Anfang, im vorigen Jahr, verboten, um im Namen des Istituts ihren Islamtheorien zu verkünden. Sie soll sich beschränken auf "Terrorismus-Analyse". Was wahrscheinlich heisst, dass sie die blutige ethiopische Invasion (2006, mit amerikanischem Luftstutz) in Somalien (Mogadishu) zu Günsten ihres stammverwandten Regierungspräsidents und seinen Marionettenregierung, die von Warlords duchsetzt ist, vom AEI aus "begleitet".
Die meisten Neokonservative sind aber nicht ganz entzückt vom antireligiösen Extremismus der "Gefesselten Jungfrau" (The Caged Virgin - Ajaans vorletztes Buch). Ihre Verbindung mit tollgewordenen Anti-Islamisten (und Anti-Europäer) wie Daniel Pipes und Mark Steyn, passt gar nicht in der Vision des "Amerikanischen Jahrhunderts" des neokonservativen Zentralkomitees.
Man hat die "gute" Gelegenheit angefasst, um den dummen Holländern ihren einstigen Jeanne d'Arc, die ja schon jenseits der äussersten Konsumdatum ist, per Nachnahme zurückzuschicken...
Hier folgt das 2e und letzte Teil der Übersetzung der BigBerta meines Artikels zu Hirsi Alis Kommentar in der "Welt" (9.5.07) über das ihretwegen notwendige Eingreifen des türkischen Militärs im Lande. Nochmals viel Dank, BB! Es war nicht immer unschwierig um mit meinen Referenzen zu niederländischen Diskussionen auszukommen :-).
Hier noch mal der Direktklick zu Huibs Artikel (in 'In Europa zu Hause'). und hier der Direktklick zur "Welt". Sind die Türkischen "Säkularen" denn überhaupt "liberal"? Etwas anderes lässt sie in ihrem Bericht ebenfalls aus: die nicht-liberalen Säkularisten. Eine liberale türkische Partei ist mir nicht bekannt (sie meint doch nicht etwa verschiedene konservative und nationalistische???), wohl aber eine große sozialdemokratische. Sehen wir uns nun die Demonstrationen gegen einen muslimischen Präsidenten in den großen türkischen Städten (Istanbul, Ankara, Izmir) genau an, so finden wir dort niemanden aber auch wirklich niemanden, der, wie Ali, einen Staatsstreich fordert. Man will lediglich - und das mit Recht - nicht zu "islamischen" Verhaltensweisen gezwungen werden.
Aber Hirsi Ali geht es nicht um die Menschen, jene Menschen, die sie auch in den Niederlanden schon so hochnäsig ignorierte. Sie erwartet alles Heil von den (unsichtbaren) Liberalen:
Im Nachhinein können die säkularen Liberalen die Schuld nur bei sich selbst suchen. Sie haben die Macht der Dawa unterschätzt, in der Wirtschaftspolitik versagt und die Manipulation von EU-Mitgliedern nicht als Taktik erkannt, die dazu diente, die Kontrolle über Armee und Verfassungsgericht zu erlangen.
Sofern ich Hirsi Ali richtig verstehe, gelten die Vorschriften derPropheten buchstabengenau für alle Gläubigen. Und im Falle des Islam sind sie einfach nur pervers. Atatürk ist für sie eine Art weltlicher Muhammad - pardon: Er gab ihnen das Militär als weltlichen Hüter (wie sie sagt), genauso "Hüter" wie die Iranischen Hüter der islamischen Republik. Warum folgen die Türken ihrer Armee nicht? Ayaan kapiert's nicht.
Demokratie ist nicht liberal, wenn es um den Islam geht Liberale müssen flexibel sein:
Istanbul muss die Freiheit des Individuums schützen.(*1) Ein wichtiges Merkmal des Liberalismus jedoch ist, aus Fehlern zu lernen. Dass die säkularen Liberalen in der Türkei geirrt haben, bedeutet nicht, dass sie nicht erneut versuchen könnten, Atatürks Erbe zu bewahren und der Türkei eine Zukunft auf der Basis westlicher Werte zu ermöglichen...Ebenso müssen sie die EU-Führer davon überzeugen, dass Armee und Verfassungsgericht in der Türkei nicht allein Land und Verfassung verteidigen, sondern auch dazu geschaffen wurden, die türkische Demokratie vor dem Islam zu schützen
Eine seltsame "liberale" Auffassung von dem, was ein Verfassungsgericht ist. Hat sie etwa als Modell hierfür im Kopf, wie Präsident Bush 2002 durch das höchste US-Gericht trotz eines zweifelhaften Wahlergebnisses zum Sieger ernannt wurde? Es steht zu befürchten.
Die politische Trias Legislative=Parlament, Exekutive=Regierung und Jurisdiktion=Gerichte, wie sie im 18. Jahrhundert konzipiert worden ist (*2), geht von einem fortwährenden Gleichgewicht und Dialog zwischen den dreien aus, wodurch mal sowohl die Demokratie verstärkt als auch einer Dominanz einer der drei Kräfte zuvor kommt. Da soll uns die Edmund-Burke-Stiftung(*3) doch mal erklären, wieso ein Verfassungsgericht die Streitkräfte einschalten darf um die beiden anderen Teile dieser Trias mundtot zu machen.
Ja, ist die EU denn an Ali's Interpretation von "liberal" gebunden? Obendrein mag die Europäische Kommission zwar stark am Konzept der sozialen Marktwirtschaft hängen, aber warum sollten ihre Mitglieder denn plötzlich "Liberale" sein? Barroso, der Vorsitzende, ist Christdemokrat, der größte Verfechter eines laisser-faire ist der Brite - und der ist Labour-Mitglied. Der Kommissar für Justiz ist Italiener und konservativ-katholisch. Selbst Fukuyama, der 1991 im Licht des globalen Sieges der liberalen Demokratie"Das Ende der Geschichte" ankündigte, hat sich bereits von diesem sonnigen Standpunkt verabschiedet (2004 in einem Gastkommentar in der New York Times). Es scheint so, als glaubte alleine Hirsi Ali daran, mit einem Eifer, der eines Muslim-Fundamentalisten würdig ist.
Von der Türkei weiß Hirsi Ali wenig oder nichts Schlußendlich noch zwei Dinge. Das erste ist: die Türkei. Hirsi Ali kennt die Türkei nicht. Weiß wenig oder nichts von ihrer Geschichte. Der Türkische Islam ist niemals der Islam der saudischen Wahhabiten gewesen. Christen und Juden haben im Osmanischen Reich jahrhundertelang Zuflucht gefunden. Beim Untergang des Sultanats, am Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, sind schlimme Dinge passiert. Dinge, mindestens ebenso schlimm wie die Ausrottung der Indianer durch die Yankees, das Aushungern Indiens durch die Engländer ebenso wie die sogenannten "Polizeiaktionen" der Niederländer in Indien oder der Völkermord an einer Million Algerier durch Frankreich in den Jahren 1952 bis 1962. Das Land ist ein Teil des Europäischen Wirtschaftsraums. "Kleinasien" ist das "Asia" der klassischen Griechen, das einen Teil ihrer kulturellen, später hellenistischen, Sphäre ausmachte. Paulus bekehrte hier die ersten Heiden zu christen und wandte seine eigene Dawa an: "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist," so sprach er über das Bezahlen von Steuern mit römischen Münzen und fuhr indessen erfolgreich mit dem Evangelisieren fort. Wer, so wie ich, in der Türkei umherreist, begegnet einem Volk oder Völkern, (denn dort gibt es auch Kurden, Armenier, Tschetschenen), die sich fühlen als ein Teil der "westlichen Welt", doch mit ihrem eigenen Charakter. Genausowenig wir Albaner, Kosovaren oder Bosnier lassen die wenigsten von ihnen sich durch Fanatismus oder Fundamentalismus verführen. "Schnee" von Orhan Pamuk beschreibt einen Fall von religiösem Radikalismus in der Provinz (und warnt gleichzeitig davor). Die Veranwortung für das Auftreten des Mörders des armenischen Nationalisten Dink liegt so wenig bei der türkischen Regierung, wie diejenige für Muhammad B. bei der niederländischen - oder diejenige für die vier Terroristen 2004 in London bei der britischen. Fortsetzung folgt ________________________________________________________________________________________ (*1)Istanbul???? Offenbar hält unsere Vordenkerin Istanbul für die Hauptstadt der Türkei...Einfach nur stark!!! Die sich dahinter manifestierenden Geometrie- äh, Geographiekenntnisse hat Sahin "Ed" Karanlik im Kommentarbereich auf den Punkt gebracht: Mir ist schon klar, dass Ankara die Hauptstadt der Türkei ist. Nur unsere Türkei-Expertin Hirsi Ali ist anderer Meinung. Sie faselt etwas von "Istanbul muss die Freiheit des Individuums schützen" Der Rest des Artikels ist nur ein Zusammenwürfeln von Schlagzeilen, die sie aus Google-News gefischt hat. Wundert mich, dass sie überhaupt Zeit hat, für die WELT Artikel zu verfassen. Sie müsste doch auf der Suche nach dem Weissen Haus in New York genug ausgelastet sein.
(*2) Im Zeitalter der Aufklärung und als Element derselben, sollte man eigentlich wissen, wenn man das Wort so penetrant vor sich herträgt...A.d.Ü (*3)Konservativer niederländischer Thinktank, der sich u.a. den Kampf gegen "Denkverbote" in der Politik verschrieben hat. Ihm stehen u.a. Leon de Winter und Geert Wilders nahe.
Sie war in den letzten Monaten ungewöhnlich still und das ließ diese Frage stets dringender werden. Seit dem 9. Mai wissen wir wieder Bescheid, was sie so treibt.
und das Streben nach Erfüllung der Aufnahmebedingungen für die Europäische Union
nichts anderes ist als Dawa. Und das ist, so erklärt sie uns, schon wieder eine dieser perversen Mohammed-Methoden, die dessen Anhänger benutzen "müssen", um durch's Hintertürchen die Macht zu erobern. So höret, Freunde, wie durchtrieben und kriminell die Islam-Anhänger zu Werke gehen:
(Anmerkung von Huib: Hirsi Ali nennt sie alle "Islamisten", denn, so erklärte sie im vergangenen Jahr in der christlich-fundamentalistischen "Trouw", selbst - oder gerade! - emanzipierte Muslime, stehen im kurzen Hemd da, sobald ihnen Söhne geboren werden und werden dann zu Fundamentalisten und somit zu Terroristen. Davor kann man nicht genug warnen...)
So erklärt Hirsi Ali in der "Welt" mal eben was Dawa ist:
(Die Islam-Partei folgt der) Dawa, eine Taktik, die von Mohammed, dem Stifter der islamischen Religion, inspiriert ist. Dawa bedeutet schlicht, den Islam voller Überzeugung als Lebensform zu predigen, die Regierungsform inbegriffen. Alle Bekehrten sind verpflichtet, hinaus in die Welt zu gehen und anderen zu predigen. So entsteht eine Volksbewegung, die die Herzen und Köpfe der Wählerschaft gewinnt.
und weiter:
Die zweite Säule ist die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation. Als die säkularen Parteien an der Macht waren, lag die türkische Wirtschaft unbestreitbar in Trümmern. Seit Erdogan im Amt ist, sind Wirtschaftswachstum und Investitionsraten hoch, die Inflation ist niedrig,
Gott, wie schrecklich! Jeder, der zum Islam bekehrt ist, strebt danach, durch seine Lebensweise ein gutes Vorbild zu sein. Wir können uns nur schwerlich etwas vorstellen, das undemokratischer und perverser ist!
Hetze Wie gut, daß Hirsi Ali bei all der Anti-Terror-Arbeit im Neocon-American Enterprise-Institute in Washington noch die Zeit findet, diese terroristische Taktik der Zusammenarbeit des "guten Vorbild Gebens", des "zu seinen Überzeugungen stehen" und der ""Förderung des wirtschaftlichen Fortschritts" zu enthüllen! Daß wir es mit richtigen Islamisten zu tun haben, sieht man schon daran, daß sie niemandem mit Gewalt Islam und Kopftuch aufzwingen, weiter aus der Tatsache, daß eine echte wirtschaftliche Entwicklung stattfindet und Mafia und Korrution zurückgehen. Mehr Pressefreiheit, Toleranz gegenüber den Sprachen der Minderheiten, das Kassieren der ultra-nationalistischen Anklage gegen den Schriftsteller Orhan Pamuk - all dies sind Perversionen, die die "säkulare" Mutterlandspartei des türkischen Generalstabs nach dem Putsch in den 80ern niemals toleriert hätte. - Ein Beweis mehr! Zweifeln könnten wir, wäre die Mafia schlimmer geworden, das Geld in den Moscheen versickert und die Wirtschaft den Bach runter gegangen. Das wäre von den Muslimen wohl halb so schlimm gewesen. Obwohl man natürlich nie hätte sagen können, ob sich nicht auch solche später als wahre Islamisten herausgestellt hätten. Da kannst Du doch lieber auf der sicheren Seite bleiben und präventiv auftreten.
"Liberale" Motive für einen Militärputsch Dafür hat Ayaan Hirsi Ali ein Rezept, das sie gerne mit den "Liberalen" und "Säkularen" in der Türkei teilt, denn die haben die Dawa von Erdogan "unterschätzt". Zugegeben, das Rezept ist eine Roßkur: ein Putsch der Armee, die immerhin durch den Staatsgründer Atatürk als Hüter des "säkularen Charakters der türkischen Republik" eingesetzt wurde. Dummerweise kriegen die Ali'schen Liberalen (wer in der Türkei ist das denn überhaupt?) es nicht hin, die "Köpfe und Herzen der Wähler" zu erreichen, vermutlich, weil sie es so eilig hatten, ihre zwielichtigen Banktransaktionen durchzuziehen,was unter der vorherigen, "säkularen" und korrupten Regierung möglich war. Da geht auch Hirsi Ali nicht davon aus, daß diese finstere Gruppe eine Mehrheit der 70% Unterstützer einer Präsidentschaft von ihrem Irrtum überzeugt. Darum soll die Armee ruhig eingreifen. sonst wird am Ende noch ein Präsident rechtmässig, nach allgemeinem Wahlrecht gewählt, wie zum Beispiel in den Muslim-Staaten USA, Frankreich und Chile. Dreimal putschte seit 1949 die Armee, jdeesmal wurden alle Politiker gefangengesetzt und einige gehängt. Die Angehörigen linker Oppositionsbewegungen, auch gemäßigter, werden massenhaft in Gefängnissen und Konzentrationslagern festgesetzt und gefoltert, ihre Familien terrorisiert. Die meisten von ihnen waren so "säkular", wie nur irgendwas, doch leider auf andere Weise, als es den türkischen Generälen genehm war.
"Schade, aber was will man machen..."(van Kooten und De Bie, niederländische Satiriker),"Man kann kein Omelette backen, ohne Eier zu zerschlagen"(Stalin),"Vivere Pericolosamente"=gefährlich Leben (Mussolini), dessen Strafrecht von Atatürk in Gänze übernommen wurde und das im Wesentlichen heute noch gültig ist.
Die naiven Führer Europas sind gewarnt. Gute "Liberale", so Hirsi Ali, streben nach der Armee als Staat im Staat:
Naive, aber wohlmeinende europäische Führer sind von Anfang an dahingehend manipuliert worden, dass sie eine zivile Kontrolle über die türkische Armee gefordert haben wie es sie auch in allen anderen Mitgliedstaaten gibt.
Ach, Ihr Dummerchen! Warum hört Ihr nicht auf Ayaan? Es gibt einfach keine bessere Garantie für eine Demokratie als eigenmächtige Streitkräfte. Die eigenen, oder, wenn nötig, ausländische.
Ihr Modell: Mogadischu Zum Beispiel, was die äthiopische Armee betrifft, die mir US-Luftunterstützung die somalische Hauptstadt Mogadischu terrorisiert, nachdem sie die durch den Volkswillen an die Macht gekommenen Islamischen Gerichte verjagt hat. Die traditionellen Stammesführer-Warlords, unter Führung von Yussuf, dem Chefs des Darod Stammes, dem Hirsi Ali angehört, und Ministerpräsident der jahrelang machtlosen Somalischen Marionettenregierung, , sind wieder auf alte Art und Weise zugange: Krieg gegen die einfachen Menschen und Krieg gegeneinander. Die wichtigste Startbahn des Flughafens ist unter drei Kriegsherrn aufgeteilt, die sich, wenn sie zwischen dem Bombardieren von Krankenhäusern und Wohngebieten die Zeit dazu finden, gegenseitig mit Artillerieunterstützung die Landerechte streitig machen.
Hirsi Ali unterstützt dieses Stück US-Politik aus ihrer "Antiterrorismus"-Funktion im American Enterprise Institut. Selbst diese Heuchler fanden es doch zu irre, Frau Ali als Islam-Expertin anzuerkennen. In ihrer Funktion beim AEI soll sie sich nicht über Religion auslassen, sondern nur Älteres veröffentlichen: "Mit wissenschaftlichem Unterbau" (Interview in der 'Volkskrant' 2006). Darum ist auch ihr schon ewig angekündigtes Buch über den Propheten Muhammad noch nicht erschienen.
Die amerikanischen Neocons haben nämlich ihre eigene Dawa, das Bündnis mit den christlichen Fundamentalisten. Ganz toll liberal. Im neokonservativen Parteiblatt, "The Weekly Standard", ist noch kein einziger Artikel von Hirsi Ali oder über sie erschienen. So hat auch die Prawda gearbeitet. Mitläufer sind "nützliche Idioten", aber man muß sie auf Abstand halten.
Die neokonservative US-Politik in Somalia (dort gibt es kein Öl, also überlässt man die Intervention einer "Coalition of The Willing" ) steht Modell für Ayaan Hirsi Ali (Magan)s Rezept für die Türkei. Schließlich handelt es sich auch dort um ein Land im Griff des Islam. Es wäre sicherlich interessant, mal zu hören, was sie über Albanien und den Kosovo zu sagen hat: äusserst gefährliche Muslime dort: rauchen, trinken und wollen in die EU.
[Teil 2. folgt!]
BigBerta schrieb auch noch eine kurze Einleitung, die wie hier übernehmen:
Bevor wir mit dem Verlauf der Ali'schen Karriere weiter fortfahren, soll hier eines ihrer neuesten Themenfelder vorgestellt werden: die Türkei. Aber davor muß noch die Frage beantwortet werden, warum wir uns denn soviel Mühe mit ihr geben: Nun, sie ist ein besonders übler Prototyp der "islamischen Frauenrechtlerin", der die Rechte der muslimischen Frauen ziemlich egal sind, wenn es um die eigene Profilierung und Karriere geht. In den Niederlanden hat sie verbrannte Erde hinterlassen und nicht nur bei Muslimen ausgespielt und die einst angeblich so wichtigen Themen sind jetzt uninteressant für sie. Wer diesen "Typ" kennt, kann ihre Klone einschätzen.Wer Hirsi Ali kennt, kennt auch Necla Kelek, Seyran Ates und wie sie sonst alle noch heissen mögen.
BigBerta schreibt heute ein persönliches und rührendes Zeugniss über die fast fünf Jahren die der bremer Türke Kurnaz verbrachte in Kandahar und in Guantanamo. Er war für ein Kopfgeld von 3000 $ von der pakistanischen Polizei an den Amerikanern 'verkauft' worden, als er Dezember 2001 von einer Pilgerreise nach pakistan nach Hause zurückkehren wollte. Hier sind die wichtigste Teile:
Ein zutiefst menschliches Buch Alle möglichen Bauchredner haben sich immer wieder zum Fall Kurnaz geäussert, und ich habe die ganze Zeit vorgeschlagen, man möge ihn doch selber zu Wort kommen lassen. Das geschah zunächst bei Beckmann. (YouTube, HR) Mittlerweile hat es einen Bundestagsausschuss gegeben, und auch, wenn man sich nicht auf einen Schuldigen einigen konnte, so scheint es doch jetzt sicher zu sein, dass Kurnaz ohne jedes Recht fünf Jahre seines Lebens gestohlen wurden.
Der Ghostwriter, Helmut Kuhn, hat hervorragende Arbeit geleistet, denn, wer Kurnaz seinerzeit bei Beckmann hat reden hören, hört seine Stimme auch aus dem Geschriebenen: einfach, ruhig, ohne anzuklagen. Ich gebe zu, zunächst hatte ich auch gefragt, was Kurnaz dazu bewogen haben möge, in Pakistan den Koran zu studieren, ob es denn in der Türkei keine Koranschulen gäbe - nun, hier erklärt er es selbst und für mich wird es stimmig: Er hatte sich zunächst bemüht, an das Mansura Islmic Center in Lahore zu kommen, eine Einrichtung die von Syed Abul A’ala Maudoodi gegründet worden war. Hier ist die Darstellung auf der website, Zunächst hatte Kurnaz eine Entwicklung ohne Perspektiven durchlaufen, die - wie bei Freunden auch - in Marginalisierung und Kriminalisierung hätte enden können. Dann fing er an, sich zu fragen, wie er dieser Entwicklung entgehen könne. In Bremen war die Tablighi Jamaat aktiv, die hier in Europa kontrovers diskutiert wird, jedoch z.B. von amnesty international und dem prominenten französischen Orientalisten Olivier Roy ein gutes Zeugnis ausgestellt wird. In Paris, z.B. hat sie den dortigen Behörden geholfen, die Jugendkrawalle im vergangenen Jahr zu de-eskalieren. Kurnaz hatte mittlerweile ein Mädchen geheiratet, das einen Ruf als fromme Muslima hatte und wollte, bis seine Frau in Deutschland eintraf, seine von ihm jetzt starke empfundenen Defizite in islamischem Wissen und islamischer Praxis schließen. Er beschreibt das erste Zusammentreffen: [..] Nun, die Richtung von Maududi ist nicht die meine, und man kann natürlich anführen, daß die Stadtverwaltung von Paris sich geirrt hat, als sie die Tablighis um Hilfe bat - aber falls sich die Stadtverwaltung von Paris schon irrt: wie soll sich da ein Murat Kurnaz nicht irren?
Kurnaz zieht mit Freunden von Moschee zu Moschee - kauft Geschenke für die Familie zu Hause ein, will am letzten Gültigkeitstag seines Rückflugtickets nach Hause fliegen und wird aus dem Bus heraus verhaftet.
Ich bin verkauft worden. Für ein Kopfgeld von 3.000 Dollar. Das haben sie mir in einem der endlosen Verhöre selbst bestätigt.
Er kommt in eine Hölle, die Dante's Inferno nahekommt, denn, wer in Guantanamo ist, kann ersteinmal auch alle Hoffnungen fahren lassen. Wer das Buch liest, erfährt von willkürlichen Amputationen, 96-jährigen, blinden Gefangenen, Immediate-Response-Teams, die auch schon mal Gefangene töten, sowie einem System, das auf Willkür basiert - und der unendlichen Angst der Bewacher. Doch eines ist das Buch nicht: eine Anklage. Das macht es so lesenswert.
Der Iran ist eingeklemmt zwischen den Nuklearmächten Russland, Türkei (durch NATO-Garantien), Israel, Saudi-Arabien (das wahrscheinlich Miteigentümerin der pakistanischen Bombe ist) und Pakistan. Und dann gibt es auch noch die amerikanische Flotte im Golf, die nuklear bewaffnet ist.
Wie der französische Präsident Chirac vor einigen Wochen sagte, eine kleine Anzahl iranische Bomben würde paradoxalerweise, nicht das Kriegsgefahr erweitern, sondern ein neues Gleichgewicht herstellen und die Gefahr eines konflikts zurückdringen! Am nächsten Tage hatte der alte pariser Fuchs 'amende honorable' gemacht: So hatte er es nicht gemeint. Aber, wie der vortreffliche Blog "A Fistful of Euros" kommentierte: Er hatte anfangs völlig recht gehabt, und aus seiner Erfahrung als kleine Nuklearmacht gesprochen. (Mein Kommentar darauf in At Home in Europe: "Week 5: Chirac on Iran, usw.")
Man könnte den Amerikanern folgenden Ratschlag geben: Jetzt, wo Ihr endlich versteht, dass die nordkoreanische Bombe Euch mehr von Nützen ist als sie eine Gefahr darstellt, weil sie hilft, die chinesische Ambitionen in den Schränken zu hälten, könnt Ihr auch aus dem chiraquischen Lapsus lernen, dass eine atomäres Iran eigentlich günstiger ist als ein nicht-atomäres: Es könnte sich nicht mehr leisten, Israel direkt anzugreifen, denn es müsste einen atomären Gegenschlag entgegennehmen. Die russiche Ambitionen im Kaukas und in Zentralasien werden früstriert. Pakistan wird weniger Machtspolitik betreiben können in Afghanistan mittels seiner heimlichen Unterstützung, bzw Tolerierung, der Talibanartigen Gruppen.
Das einzige Opfer einer Tolerierung eines nuklearen Irans, würde ... der IRAK sein. Dieses Land, vor 20 Jahren noch virtueller Sieger im Iran-Irak Kriege, würde gegenüber seinem persischen Erbfeinde sehr geschwächt sein.
Der einzige Ausweg daraus, würde der Aufbau, mit amerikanischen Hilfe, eines irakischen Nuklearmachts sein.
Bis soweit, lieber Leser, ein denkbares Höhepunkt der Ironie der Geschichte.
Weiter ausgearbeitet wurde es in der 2. Version, die französische, ebenfalls am 25. Februar: La bombe iranienne: Et si M. Chirac avait raison? in L'Europe Chez Soi und in Toto Le Psycho.)
Noch kompletter ist meines Einsehens die englische Version von 27/28. Februar, veröffentlicht in At Home in Europe und in Legal Alien in New York, "And if an Iranian Bomb were Good for Peace?" Gründlichere Analyse der amerikanischen Motiven und Fehlentscheidungen.
Oktober 1st, 2007 at 7:24 nachmittags
Unglaublich, wofür der holländische Staat sein Geld so rauswirft. Ist das denn mit neoliberalen Grundsätzen vereinbar? Sollte man Frau Magan nicht besser eine Knarre in die Hand drücken und sagen “Sieh, wie du zurecht kommst?”
Oktober 2nd, 2007 at 12:22 vormittags
Man sollte Frau Magan generell sagen, “sieh zu, wie Du zurecht kommst”. Zur Erinnerung hier noch mal das Video:
http://www.veoh.com/videos/v530717FZXWdAkG
Oktober 2nd, 2007 at 1:28 vormittags
@jolly rogers
Nein, ich bin der Meinung dass Ajaan Hirsi Ali Anspruch auf Schutz hat. Frau Halsema (Groen Links) hat Recht. Die konservative und fremdenfeindliche Parteien haben sie Jahrelang ausgebeutet und haben sich klammheimlich hinter sie und ihren radikalisierenden Auffassungen versteckt. Weil die niederländische Gönner Hirsi Alis die Verantwortung für ihre Situation nicht auf sich nehmen, muss es nun einmal der Staat tun.
Hirsi Ali’s Flucht in den USA hat angefangen mit ihrem Rauswurf aus einem Haager Wohngebäude deren Mitbewohner (vermutlich übrigens meistens Anhänger der VVD und PVV, die rechten Populisten die Hirsi Ali so bewunderten) sich verunsichert fühlten vom Hin und Her des alischen Schützstaffels.
Anscheinend, waren ihre niederländische Gönner im Mai 2006 der Meinung, dass die Mohrin ihre Schuldigkeit getan hatte, und gehen konnte. Onkel USA schien die Lösung zu bringen. Aber das hat nicht geklappt.
Selbstverständlich, sollten VVD und PVV und ihre Finanziers den Schutz bezahlen. Aber, weil sie es nicht tun, und weil es nicht möglich ist, sie dazu zu zwingen, tritt seit Mai 2006 die LINKE demokratische Parteienschaft für sie und ihre Sicherheit auf. Nicht weil man etwa ihre Ideen umarmt hätte, sondern weil es um die Verteidigung der Redefreiheit geht. (Manifest von zwölf linken Intellektuellen und Artisten, Mai 2006, gegen Alis Entbürgerung von VVD-Immigrationsministerin Verdonk).
Meiner Meinung nach, sind die neue Auffassungen Hirsi Alis (Anstachelung von Volksbewegungen gegen Muslimen und Moscheen, wozu sie aufrief in der Pepperdine Konferenz am 11. Juni 2007), der wahre Grund für ihren Entfernung aus Washington. Die NeoCons des American Enterprise Institute mögen keine antiklerikale und antireligiöse Radikalisierung.
Washington hat einfach das unerwüschte Paket an den Absendern zurückgeschickt. Wenn es nicht so tragisch wäre, würde ich meinen aufrichtigen Schadenfreude um die Holländer und ihren unerwünschten Elephant im Porzellanschrank, hier zum Ausdrück bringen.
Zahlen sollen sie! Vielleicht denkt man dann besser nach, bevor man versucht, sich billigstens eine Jeanne d’Arc auf Holzschuhen einzukaufen.