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18 August, 2007

Udo Ulfkotte will in Brüssel Links und Rechts vereinen mit Hilfe von Philip De Winter

"Ich bin eine Brechstange, ich teile die Bevölkerung in zwei feindlichen Lagern," klagt Herr Udo Ulfkotte (links im Bilde), heute zu Besuch beim "Vlaams Belang"-Führer Philip de Winter (rechts) in Brüssel. Und diese Rolle hätte er gar nicht gesucht. Er möchte eher vereinen: "Ich bevorzüge dass wir alle friedlich zusammenleben." Und: "Ich hoffe dass meine linke Gegner ihre Meinung ändern und massenhaft mitmachen werden in der Manifestation."
Die flämische Zeitung "De Morgen", Seite 6, 17 August 2007, berichtet. "Ich bin kein Politiker", sagt der frühere Auslandsredakteur der FAZ (1986-2003), "aber ich bin bedrängt von sovielen die eine neue christlich-konservative Partei haben möchten." Arme Udo! Wie gerne hätte er diese Trinkbecher an Andern durchgegeben. Aber er muss. Er kann nicht anders. Europa soll gerettet werden. So, oder so.
Herr Philip De Winter, seit Jahren Parteiführer eines anti-islamischen Blocks, jetzt, nach Verbot des Vlaamsen Bloks wegen Rassismus, umgetauft zu "Vlaams Belang", ist isoliert in einer allgemein gehandhabten "Quarantaine" der andern belgischen Parteien. Verlierer in den zwei letzten Wahlgangen, ist jede Unterstützung ihm willkommen. Trotz Ulfkottes Absage an der vorgeschlagenen Begleitung seiner Demo vom Sicherheitsdienste des "Belangs", schmeichelt der Rottenführer seinen deutschen Gast als einen "neuen Pim Fortuyn oder Geert Wilders"²). "Und Sie sehen es selbst: Seine Aussagen sind gar nicht politisch."

Der nichtpolitische Parteigründer Ulfkotte spielt seine politische Naivität hoch, sehr hoch: "Ich kenne niemand in Brüssel. Ich bin in einer Ecke gezwungen. Daher war ich ja verpflichtet, um die Hilfe des De Winter, der einen Anwalt für unsere Organisation anzuordnen vorgeschlagen hatte, anzunehmen. Wie könnte ich alleine meinen Weg finden im belgischen Rechtssystem?"
Der brüsseler Bürgermeister, Freddy Thielemans, hatte vorige Woche die Ulfkotte-Manifestation gegen "Eurabia" verboten. "Ich bin ganz auseinander wegen dieses Verbots," sagt der Unpolitiker, "Wie könnte man mich für einen Hooligan halten?" Nichtpolitiker, Nichthooligan und Nicht-Juraexperte - Was ist er eigentlich im Positiven, dieser Ulfkotte? Jawohl, das ist er doch auch: Er will demonstrieren für "Demokratie, Frauenrechten und Homorechten". Zusammen mit Neonazis, Machisten und Schwulenhassern.

Doch der Supernaive Ulfkotte hatte schon verstanden, dass das so nicht geht: "Wir hatten versprochen, dass es keine politische Fahne oder Symbole in der Manifestation geben würde, und wir würden auch keine extremistischen oder extrem-rechte Gruppen zulassen." Der Sicherheitsexperte Ulfkotte aber, hätte sehr gut wissen können, dass, ohne einen zuverlässigen und zahlreichen Sicherheitsdienste so etwas, bei den erwarteteten 20.000 aufgehitzten Rechtsextremen kaum vorstellbar sei.
Aber auch mit der mehr realistischen Annahme, dass ungefähr 1.500 Kahlköpfe mitmarschieren würden in Brüssel, käme Ulfkotte nicht weg. Denn mit wen würde er seinen Sicherheitsdienst bevölkern? Mit den "Bürger in Wut" aus Bremerhaven?

Wissen Sie was ich denke? Der Udo ist klammheimlich FROH! Denn jetzt kann er kämpfen in eine Umgebung die er bevorzügt, ohne diesen lästigen Leuten die ja nichts verstehen von historischen europäischen Werten. Ohne den Hooligans, die einzigen Leuten die seinen Aufruf durchgegeben haben im Internet. Die von Ulfkotte bevorzügte Umgebung ist der Gerichtssaal. Das wissen wir seit seiner lächerlichen und frechen Klage gegen Hoff aus Berlin und andern (Siehe Vorherige Post).

Dazu hat er sich vom Vlaams Belang einen sehr passenden Anwalt zuweisen lassen: Herrn Hugo Coveliers. Früherer liberaler Politiker und immer noch Anwalt aus Antwerpen, der bei den letzten Kommunalwählen für seine Splitterpartei ("VLOTT") einen unerfolgreichen Bündniss mit dem "Vlaams Belang" hatte. Der ausrangierte Politiker, der als Trost für sein Versagen jetzt in der VB-Fraktion des belgischen Senats sein Plätzchen hat, wird unseren Udo vertreten bei seiner Klage beim belgischen Hauptgerichtshof.

Summum der Inkonsequenz: Ulfkotte hat immer jede Zusammenarbeit mit dem "Belang" abgelehnt. Die Ordnungsdienst der Partei ist Tabu in der Manifestation. Aber als Anwalt nimmt er einen "Belang"-Vertreter!
Wer selbst sehen und hören möchte, was dieser Extremist vorschlägt, klicke hier Unten:

..Der Coveliers sagt es deutlich:"Das Vlaams Belang ist die einzige Partei die aufrichtig die flämische Unabhängigkeit anstrebt. Deshalb haben wir beschlossen, uns in den heutigen Wählen (17 Mai 2007) uns mit dem Vlaams Belang zu einigen."

²) Fortuyn und Wilders: Holländische Populisten, bzw. Islamhasser. Der Erste ist seit 2002 Martyrer dieser Sache (Er wurde von einem extremistischen Tierschützer erschossen). Der Zweite ist Parteiführer einer extremrechten Gruppierung die vorgeschlagen hat um den Koran in Holland zu verbieten, wie das mit "Mein Kampf" Hitlers auch der Fall ist. Seitdem wird der Wilders fast allgemein als ein Psychopath eingestuft. Hunderte von Klagen wegen Rassismus läufen gegen ihn.

Kommentare:

  1. "Ich bin eine Brechstange, ich teile die Bevölkerung in zwei feindlichen Lagern".

    ich bin wahrlich kein freund von diesem herrn, aber du zitierst falsch. das wort "feindlich" ist in der artikelüberschrift nicht zu lesen. wenn man zitiert, dann wirklich im o-ton.. so fair sollte man bleiben.

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  2. @hophnung
    Wenn man auf Holländisch (Flämisch) spricht von: "verdelen in twee kampen", meint man zwei feindlichen Lager. Weil ich nicht wusste, ob man "teilen in zwei Lager" in Deutsch auch so versteht, habe ich sicherheitshalber das "feindlich" hinzugefugt. Vielleicht war das nicht nötig gewesen, aber sinnentstellend ist es nicht.
    Und danke für deine "Close-reading". Ich möchte mein Deutsch gerne mit deiner und anderer Hilfe ständig nachbessern!

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  3. ich denke der begriff, den du suchst lautet "spalten" nicht teilen.

    herrje..sonst bin ich nicht so kleinlich ;-) ich hab nur schon ein paar schlechte erfahrungen gemacht mit falschem zitieren.

    viele grüsse

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