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30 Juli, 2007

Herr Ulfkotte terrorisiert seinen Kritiker

In meinem holländischen Blog De Lage Landen schrieb ich schon über Herrn Udo Ulfkotte und seinen Versuchen, den niederlandischen Islamfeind Geert Wilders einzubeziehen in seinen Plänen zu einer Anti-'Eurabia' Demonstration in Brüssel.
Der niederländische Korrespondent der "Wereldomroep" in Berlin prangte eine Lüge Ulfkottes an, in seinem Blog auf der Webseite der offiziellen niederländischen Rundfunk. (Zitiert [Englisch] im oben verlinkten De Lage Landen-Artikel.)
Ulfkotte hatte in einer berliner öffentlichen Versammlung behauptet, dass in Amsterdam islamische Schüler freigestellt seien vom Biologie-Unterricht, weil auch Schweine darin studiert werden. Obwohl ihm schon vor Wochen gemeldet wurde, dass dies ein Märchen ist, und dass die amsterdamer Behörden unmittelbar die Disziplin aufrecht gehalten haben, hat er es noch immer nicht rektifiziert.
Derselbe Ulfkotte, der sich so nachlässig benehmt, wenn es sich um unwahren und schmählichen Äusserungen seinerseits handelt, hat kein Moment gewartet, als er eine Möglichkeit sah, um, ohne Warnung, kritische Blogger mittels Justiz-Verfahren grosse Schwierigkeiten zu bereiten.

Jochen Hoff, ein unabhängiger berliner Blogger, schrieb am 22. Juli folgendes über das Verfahren Ulfkottes gegen ihn und gegen Bigberta (Watchblog Islamophobie):

Zensur versus Solidarität


Zum einen möchte ich mich dafür bedanken, das aus unterschiedlichsten Richtungen Menschen auf die einstweiligen Verfügungen von Dr. Ulfkotte und dem Verein Pax Europa reagiert und spontan Unterstützung angeboten haben, oder zumindest darüber berichteten. Zuletzt und nur stellvertretend für andere Lanu und Che.

Um das Ausmaß des Zensurversuches mal ein klein wenig deutlich zu machen, und im Rahmen der mir noch verbliebenen Worte, deren Verwendung mir nicht untersagt wurden, möchte ich zwei Punkte aufzählen die ich für bemerkenswert halte.

Zum einen wurde BigBerta vom Watchblog Islamophobie ebenfalls im oberen fünfstelligen Bereich, sowohl von Dr. Ulfkotte als auch von Pax Europa mit zwei einstweiligen Verfügungen bedacht. Bei ihr geht es darum, das sie auf einen meiner Artikel verlinkt hat, und dies mit dem Zusatz "enjoy" versah.

Man könnte sagen, an den Haaren herbeigezogen, wenn man gutwillig ist, aber selbst wenn man böswillig ist, kann dies nicht zwei fünfstellige Forderungen hervorbringen. Es sei denn, das es gar nicht um die Sache an sich geht, sondern um etwas völlig anderes.

Dazu muss man sich ein wenig weiter umsehen als nur bei Dr. Ulfkotte und Pax Europa. Mit ungefähr 50 Beiträgen von oder über Dr. Ulfkotte in diesem Jahr, ist PI mit seinen 11.000 Lesern am Tag, wohl die schärfste Waffe über die Dr. Ulfkotte verfügt. Da nicht er selbst presserechtlich verantwortlich ist, sondern Stefan Herre, aus Bergisch-Gladbach, darf dort all das ausgesprochen werden, was bei Herrn Dr. Ulfkotte nur unterschwellig durchklingt.

Rein rechtlich sind es tatsächlich zwei Organisationen, aber das sind CDU und CSU ja auch. Da aber Herre und andere, nach eigenem Bekunden, nicht nur bei der Parteigründung, sondern auch bei vielen anderen Aktionen Ulfkottes aktiv mitarbeiten, liegt die Vermutung nahe, das es sich in Wirklichkeit um unterschiedliche Arme des gleichen Geistes handelt.

So geben die Kommentare dieses Artikels wohl den wahren Grund für die Klagewut wieder:

#5 Kybeline (21. Jan 2007 16:13)

Ich weiß, Beate. Andererseits mußte er selber dem Milli Gülli auch nichts zahlen, so weit ich weiß, denn das war eine Unterlassungsklage. Er müßte nur zahlen, wenn er sich nicht an das Urteil hält.

Aber das zeigt trotzdem den Unterschied. Wenn du Urteile mit Beträge von 50.000-250.000 erwirken kannst, schließt du deinem Gegner damit den Mund wirksam. Ein Urteil über 5000 riskiert man viel leichter.
Und wie du auch bemerkt hast, muß man erst erwägen, welche Forderungen man stellt. Aber das überlegt man zusammen mit dem Anwalt. Ich glaube gar, es müßte gewisse Richtlinien geben, wie man solche Schmerzensgelder festsetzt. Aber das werden die Juristen hier besser wissen.

Wie gesagt, ich freue mich, aber ich bedauere, dass er nicht ein 50.000 Urteil gegen einen Sozi-Gutmensch hat. Dann erst würden auch diese Goodys sich überlegen, was sie von dummes Zeug daherreden.


Wie eng die Verknüpgung mit Dr. Ulfkotte und Pax Europa sein könnte mag sich jeder selbst ausrechnen der b_Kybeline_b');" href="http://parteigruendung.myblog.de/parteigruendung/page/24689009/%3Cu%3Eb_Kybeline_b%3C/u%3E" target="blank" title="Kybelines Selbstdarstellung">Kybelines Selbstdarstellung auf dem Parteigründungsblog liest.

Wenn ich mit meinen Vermutungen nur einigermaßen richtig liege, dann kommt auf alle, die sich mit Personen und Gruppen wie Dr. Ulfkotte, Pax Europa und PI beschäftigen, ein riesiges Problem zu. Denn anders als bei Henner Kirchner, geht es bei größeren Beträgen schon um die Wurst.

Selbst wenn man mir noch vorwerfen kann, das ich mit dem Breitschwert agiere, wo vielleicht ein Florett gereicht hätte, so ist spätestens bei BigBerta klar zu erkennen, das es nicht um die Sache geht, sondern darum die Leute mundtot zu machen, wie es Kybeline ja vorgeschlagen hat.

Ich werde jeden Einzelnen der abgemahnten Begriffe mit Zähnen und Klauen verteidigen. Die Freiheit der öffentlichen persönlichen Meinungsäußerung ist die grundlegende Freiheit schlechthin. Gibt es die nicht mehr, gehen auch alle anderen Freiheiten unter. Damit will ich andeuten, das auch die Leute die mit meiner Wortwahl nicht einverstanden sind, sich einfach fragen müssen, wo beim nächstenmal die Freiheit des Wortes zu Ende ist.

Zensur ist wie ein Strick um den Hals, der zieht sich zusammen. Als Gegenmaße hilft nur Publizität. Das ist neben der Juristerei die einzige Macht die wir Menschen haben.

Geschrieben von Jochen Hoff am 22.07.2007 um 10:17
Wir sind solidarisch mit Hoff und Bigberta.
Und nicht nur mit Worten.
Einige amsterdamer Freunde haben vor, um Herrn Ulfkotte wegen Verleumdung zu verklagen.
Eine Klage, die, u.E., viel mehr Chance hat als die Seinigen, um in einer Verurteilung zu münden.

06 Juli, 2007

Die deutschen Schäferhunde des Leon de Winter (3 und Schluss)

Übersetzung von BigBerta (aktualisierte Version), veröffentlicht im Watchblog Islamophobie (DE) am 5. Juli 2007.
Originaltext in: De Lage Landen, Hirsi Ali zei het Zelf: Vergeet de Holocaust niet...

Letztes und dritter Teil der Schäferhund-Trilogie, in der sich Huib damit auseinandersetzt, auf welche Einfälle unsere Freunde in den Niederlanden so kommen. Hier ging es jetzt um den Einfall, marokkanische Fußballhools durch Gassen scharfgemachter Bellos und Brutos, also Deutscher Schäferhunde zu treiben. Im dritten Teil beschäftigt sich Huib mit der “Ideengeschichte” dieses Einfalls und zieht die Konsequenzen.

Huib schreibt weiter, dass er, als er über das “Copyright” dieser kreativen Idee nachgedacht habe, einen halben Tag mit sich gerungen habe, ob er den jüdischen Schriftsteller de Winter damit konfrontieren könne, dass das Treiben von Menschen durch Gassen von Hunden im Rahmen der nazistischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit eine große Rolle spielte, habe sich aber dazu entschlossen nach dieser de Winter’schen Rechtfertigung:

Die sind von Haus aus nichts anderes gewöhnt…

nämlich, daß man sie so behandelt. Huib schreibt weiter:

Nur noch mal zur Klarstellung: es geht um junge Menschen, von denen die meisten in den Niederlanden geboren sind und in der Mehrzahl der Fälle hier aufgewachsen. Obwohl ihre materielle Situation hier besser ist als in Marokko, werden sie zerrissen zwischen den Traditionen ihrer Eltern und der fremden, scheinbar toleranten, dabei bloß desinteressierten Gesellschaft.

Leute wie Leon de Winter wollen solche Menschen auf ihre Immigranten-Herkunft festnageln. Genau das Gleiche taten die Antisemiten, die die Juden als “Volksfremde Elemente” zeichneten. Ich kann auch nicht dafür: es ist so.

Eine solch strikte Unterscheidung zwischen “uns” und “ihnen” kann, ich wiederhole, k-a-n-n führen zu:Verstoßen, Ausstoßen, Vernichtung, Völkermord.Die Grenze, die nicht übertreten werden darf, liegt sehr weit vor dem Ausstoßen und Kriminalisieren, und hier macht de Winter sich schuldig.

Hunde auf Wehrlose loslassen: das passierte in Babi Jar, einer Schlucht ausserhalb von Kiew, in der 1941 Zehntausende Juden durch Einsatz- kommandos der SS ermordet wurden. Jewgenij Jetuschenko schrieb 1965 ein langes Gedicht ( hier kann man es anhören ), daß durch die Sowjets verboten wurde. Warum? Weil es auch die passive oder aktive Mitschuld der Bürger der Ukraine anklagte.

Das auszusprechen ist sowohl in der Unkraine als auch in den Niederlanden ein Tabu. Ist haram. Doch es ist genauso wahr, wie, daß Niederländische Polizisten und NSBer (s. dazu den Beitrag “die Zahnbürsten des Geert Wilders”, BB) mit Hunden Jagd auf Juden machten.

Babi+Jar+7527

Dieses Bild, so berichtet Huib, wurde nach dem Massaker von Babi Jarvon einem deutschen Armeefotografen, Johannes Hähle gemacht. Quelle.

Hier will ich Huib unterbrechen, denn ich habe zum Thema Hunde auch noch was gefunden: Als die schlimmste der Aufseherinnen in Auschwitz galt die 1945 hingerichtete Irma Greese, die “Hyäne von Auschwitz”. Neben anderen Untaten wird von ihr berichtet:

irma1„Nr. 9, Grese, war Aufseherin verschiedener Arbeitskommandos und zeitweilig Aufseherin des Frauenstraflagers in Auschwitz. Sie wurde als die schlimmste Frau des ganzen Lagers beschrieben. Es gab keine Grausamkeit im ganzen Lager, mit der sie nicht in Verbindung gebracht wurde. Sie hat regelmäßig an Selektionen für die Gaskammer teilgenommen, folterte nach eigenem Belieben und Ermessen. In Belsen setzte sie dieses grausame Verhalten genauso fort. Ihre Spezialität war es, abgerichtete Hunde auf wehrlose Menschen zu hetzen.”

Nochmal zum Mitschreiben: Irmas Spezialität war es, abgerichtete Hunde auf wehrlose Menschen zu hetzen!!!

Dann zitiert Huib noch aus einem Bericht über das Masaker. Die entscheidenden Sätze sind:

…die Juden wurden von Soldaten erwartet, die mit Hunden einen Korridor bildeten…

und etwas später:

Die Hunde wurden auf sie gehetzt.

Und zum Schluss schreibt Huib: Voilà, nun ist es zitiert. Ich weiss genau, daß weder de Winter noch Ellian einen Genozid an Marokkanern planen. Doch der Einsatz von Hunden. um sie zu erniedrigen oder unter Druck zu setzen. ist der Beginn von Unmenschlichkeit gegenüber denen, die “von Haus aus” schon “Untermenschen” waren.

Sowas macht mich, so schreibt Huib, wahnsinnig. Wie kann solch ein nüchternes Land wie die Niederlande so viele Hysteriker hervorbringen?

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