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18 September, 2006

Nochmals: Die Quellen des Papstes

BigBerta, unermüdlich, schreibt schneller als Gott lesen kann.

Und, leider, sicherlich auch schneller als ein Sterblicher wie ich, übersetzen könnte.

Der Papst, unfehlbar seit dem XIX. Jahrhundert, aber nur wenn er "ex Cathedra" spricht, (was er nicht tat als er in Bayern philosophierte über die Mitteln der Verbreitung des Glaubens), hat sich entschüldigt vor dem allweltlichen Publikum. Er hat sich geirrt. Er hat es nicht so gemeint. Na ja: Das wäre nicht so schlimm gewesen, wenn es nicht diese teuflische Unfehlbarkeit gegeben hätte.

Und wenn es nicht die heutige Verrücktheit der Glaubensverhältnissen gegeben hätte.

Ein neues amerikanisches Buch, von Frank Rich, "The Greatest Story Ever Sold", über die Busshen Manipulationen nach "9/11", sagt es besser als ich es könnte: "Der Sicherheitsdiskurs der Regierungen dient nur um ihre Ohnmacht zu verhehlen". Mit andern Wörtern: Weil die Regierungen nichts vermögen gegen die Dauernde Erniedrigung der Bevölkerungsmassen, ja, weil sie eng verknüpft sind mit ihren Gönnern die dies verursachen, nützen sie jede mögliche, für sie ungefährliche, Gelegenheit aus, um die Frustrierung ihrer Untertanen in eine falsche Richtung zu lenken. Das ist was jetzt wieder vor sich geht.

Die Lappalie der päpstlichen Zitaten, wird hierunter noch einmal dargelegt von Bigberta in ihrem Blog (siehe rechts unten in der Seitenspalte):

Kaiser Manuel, (S) Phrantzes und sonstige merkwürdige Quellen

Moin, Ihr Lieben, ich habe den gestrigen Abend und den Umstand, daß ich momentan rücken technisch etwas Probleme mit dem Sitzen habe, noch etwas genutzt, mich mal über den Kaiser schlauzumachen. Dazu darf ich erwähnen, daß ich gestern noch "Metropolis" geschaut habe, über die letzten Jahre von Byzanz. Und was ich da gelernt habe, will ich Euch nicht vorenthalten, also:

Manuel regierte als vorletzter der Paläologen, als das byzantinische Reich nur noch eine Ansammlung verstreuter Marktflecken war. Konstantinopel war im fünften Kreuzzug durch die "Lateiner" zerstört und geplündert worden. Sogar die Löwen auf dem Markusplatz sind ein Teil der Kriegsbeute von damals. Die Paläologen agierten hin und her und haben sich sogar an Tamerlan angewanzt, um ihren Thron zu behalten und es gab Thronstreitigkeiten auf beiden Seiten und ein Heidendurcheinander. Sach' ich ma' so flott, um klarzustellen, worum es - wieder mal! - nicht ging: Christentum gegen Islam. Es ging um Allianzen, es ging um Verrat, bloß ging es nicht um: Christentum gegen Islam. Manuel ist sogar durch Europa gereist, um Verbündete zu finden. Hat er aber nicht, sieht man von König Sigismund von Ungarn ab. Dem Papst kann der Schutz Konstantinopels vor den Osmanen so wichtig nicht gewesen sein, denn er knüpfte ihn an die Wiedervereinigung der Kirchen unter dem Primat des Papstes.

Wie nun die Dialoge? Es handelt sich um die "26 Dialoge mit einem Perser", die angeblich stattgefunden hatte, als Manuel sich als "Ehrengeisel" im Feldlager des Sultans befand. In
dieser Quelle auf Seite 8 im 2. Absatz steht zu diesen Dialogen:

Apart from the Emperor's writings there is no independent proof that the conversations ever took place. They must represent a mixture of facts and fictions.

Was übersetzt heißt: Abgesehen von den Schriften des Kaisers gibt es keinen unabhängigen Beweis, daß diese Konversationen je stattgefunden haben. Sie repräsentieren einen Mix aus Fakten und Fiktionen. Womit wir beim Thema "Fakten und Fiktionen" wären, das solches für bare Münze nimmt, und eine letzte Woche verstorbene Schreibse mit solchen Einträgen würdigt.

Wer's lesen will: Sterne rausmachen.

Da seht Ihr dann auch den Haushistoriker von Kaiser Manuel, (S)Phrantzes zitiert. Dazu Wikipedia, steht aber auch in anderen Quellen:

Wie Ihr daraus ersehen könnt, gilt das, was Sphrantzes uns hinterlassen hat, aus dem Grund als fragwürdig, weil man nie sicher sein kann, was in späterer Zeit in politischer Absicht hinzugefügt worden ist.. In der oben zitierten Quelle über den Kaiser Manuel steht, daß es eine traditionell anti-islamische byzantinische Polemik gegeben habe.

In dem oben zitierten Islamhasser-blog wird dann die "Schedel'sche Weltchronik zitiert (als Beweis für das, was Oriana F. schreibt). Dazu: bei allem Gewedel mit Israelflaggen sind sich solche blogs nicht zu schade, auch Quellen heranzuziehen, die ganz klar antisemitische Kapitel enthalten, und eine Lüge zu zitieren:

800px-Schedel_judenfeindlichkeit2
So kann, wie die zitierte Schedelsche Weltkronik schreibt, der letzte Byzantinerkaiser nicht enthauptet worden sein. siehe hier.

Was lernen wir daraus: Zitate und Quellen kritisch würdigen. Es sei denn, man ist "Islamkritiker".

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